Update vom 26. Mai:

Bei Twitter demonstriert ein Entwickler das SteamVR-Streaming vom PC auf Vive Focus. Die Funktion ist interessant, da man mit Vive Focus nicht im Sichtbereich eines externen Trackingsystems bleiben muss wie bei HTC Vive oder Oculus Rift.

Durch das in die VR-Brille integrierte Trackingsystem bewegt man sich kabellos und viel freier durch die virtuelle Umgebung – vorausgesetzt, die eigene Wohnung bietet ausreichend Platz und man läuft nicht direkt vor eine Wand.

Erst vor kurzem zeigten zwei Briten, dass man Vive Focus mit vor die Tür nehmen kann, um kilometerweit durch eine VR-Welt zu wandern.

Ursprünglicher Artikel vom 25. Mai:

Vive Focus: HTC arbeitet an räumlichem Tracking für 3-DOF-Controller

Auf der Vive Ecosystem Conference in China präsentierte HTC eine ganze Reihe neuer Funktionen für Vive Focus, darunter einen 6-DOF-Modus für den mitgelieferten Controller, einfache Gestenerkennung, Streaming von SteamVR-Inhalten vom PC in die VR-Brille und vieles mehr.

HTC möchte das größte Manko von Vive Focus beheben und 3D-Tracking für den Focus-Controller nachliefern. Das Unternehmen sprach Anfang des Jahres von einem “Software-Trick” an, der dies möglich machen sollte. Für die Emulation der räumlichen Bewegungsdaten werden die im Controller integrierten Sensoren zusammen mit dem Raumtracking der VR-Brille ausgewertet.

Nun setzt HTC auf eine Kombination von maschinellem Sehen und Künstlicher Intelligenz – ein neues Verfahren, wie China-Präsident Alvin Wang Graylin gegenüber VRODO bestätigt. Google zeigte Mitte April ein 3D-Trackingverfahren für 2D-Controller, das ebenfalls auf Künstliche Intelligenz setzt und räumliche Bewegungen vorhersagen kann. HTCs Lösung beruht laut Graylin auf einem “ähnlichen Ansatz”.

Einfaches Handtracking mittels integrierter Kameras

Es bestehe zwar ein “klarer Unterschied” zwischen hardwarebasiertem Raumtracking wie bei den Vive-Stäben und dem emulierten 6-DOF-Modus des Focus-Controllers, für allgemeine Nutzung solle das Ergebnis jedoch akzeptabel sein, sagt Graylin weiter. Die Raumtracking-Funktion soll im dritten Quartal erscheinen.

HTC kündigte außerdem eine einfache Gestenerkennung auf Basis der integrierten Kameras an. Das Unternehmen sagte gegenüber Road to VR, dass die Funktion für grobe Gestenerkennung gedacht ist und keine einzelnen Fingerbewegungen wie das Handtrackingmodul Leap Motion erfasst. Das SDK soll in den kommenden Wochen für Viveport-Entwickler erscheinen.

SteamVR-Spiele mit Vive Focus spielen

SteamVR-Nutzer haben bei Viveport M Zugriff auf eine neue Streaming-Option, die Teil des heute veröffentlichten System-Updates 2.0 für Vive Focus ist. Damit können Focus-Nutzer SteamVR-Inhalte von Steam und Viveport über Wi-Fi in die autarke VR-Brille streamen. Vorausgesetzt wird ein 5-Ghz-Netzwerk.

Die Lösung beruht auf einer Version der VR-Streaming-Software VRidge, die für Vive Focus optimiert wurde. Unklar ist, wie hoch die Latenz ist und wie der Focus-Controller in die Spielerfahrung integriert wird, da die meisten SteamVR-Spiele zwei 3D-Controller voraussetzen. Die Streaming-Funktion soll immerhin mit dem kommenden 6-DOF-Modus des Focus-Controllers kompatibel sein.

Nützliche Funktionen für Vielreisende

Ebenfalls Teil von System-Update 2.0 ist die Integration von HTC-Smartphones in die Focus-Nutzererfahrung. Damit können Nutzer der VR-Brille in der Virtual Reality Smartphone-Benachrichtigungen sehen, Nachrichten verschicken und Telefonanrufe entgegennehmen. Möglich macht das die Vive-Begleit-App für Smartphones. Die neue Funktion wird zuerst von HTCs neuem Smartphone U12 Plus unterstützt, andere HTC-Geräte sollen später folgen.

Auf Reisen helfen zwei neue Komfortfunktionen: Im “Passagier-Modus” werden Teile des Trackings deaktiviert, sodass das Bild bei der Reise im Bus, Zug oder Flugzeug nicht wegdriftet. Der Modus schont außerdem die Batterie, sodass die VR-Brille eine Stunde länger durchhält.

Mehr Speicher und höhere Batterielaufzeit

Eine weitere nützliche Reisefunktion ist der “Umgebungsmodus”. Durch die Kameras der VR-Brille hat man die reale Welt im Blick und sieht beispielsweise die Reaktionen der Mitmenschen – oder entdeckt potenzielle Taschendiebe.

Weiter kündigt HTC Unterstützung für Micro-SD-Karten und das “VR Power Drive” an, ein Zubehör, das im dritten Quartal 2018 erscheinen soll. Hierbei handelt es sich um eine Kombination von Speichermedium und Batteriepack. Es soll die Batterielaufzeit der Vive Focus verdoppeln und Platz für “tausende Stunden Video und Musik” bieten. Der Preis ist nicht bekannt.

| Featured Image: HTC | Source: Road to VR 1 & 2 / Engadget / Venturebeat

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