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Vive Focus: Vorbestellstart in China – HTC mit Millionen-Deal

von Matthias Bastian14. Dezember 2017

In China ist HTCs VR-Brille Vive Focus ab sofort vorbestellbar, die Auslieferung folgt im Januar 2018. Wie läuft der Marktstart?

Der Erfolg – oder Misserfolg – von HTCs autarker VR-Brille Vive Focus könnte ein Fingerzeig sein für die Strategien der anderen Hersteller: Gibt es einen Markt für VR-Brillen, die technisch Mittelmaß, dafür aber in der Anschaffung günstiger und bei der Handhabung einfacher sind als Highend-VR-Brillen? Oder bleibt Vive Focus in den Regalen liegen?

Vorbestellungen bietet HTC in China im Einzelhandel, auf der eigenen Webseite und über größere E-Commerce-Plattformen wie Alibaba, JD oder Tmall an. Letztgenannter Online-Shop zeigt auf der Produktseite die Anzahl der Bestellungen an: In den ersten rund 36 Stunden nach Vorbestellstart verkaufte Tmall circa 310 Focus-Brillen.

Das klingt zwar nicht nach viel, aber Tmall ist – wie zuvor erwähnt – nur einer von vielen Verkaufskanälen. Da die Vive-Marke in der VR-Szene einen hohen Bekanntheitsgrad hat und HTC beim Online-Marketing auf den eigenen Online-Shop verweist, ist es wahrscheinlich, dass der Vertrieb primär auf der eigenen Seite stattfindet.

Millionen-Deal mit unbekanntem Partner

Unabhängig von der Nachfrage privater Käufer verkündet Chinas Vive-Präsident Alvin W. Graylin bei Twitter eine große Bestellung über 150 Millionen US-Dollar. Bei einem durchschnittlichen Preis von 600 US-Dollar pro Vive-Focus-Brille entspricht das rund 250.000 verkauften Einheiten.

Wer hat einen so hohen Bedarf an autarken VR-Brillen? Wahrscheinlich die chinesische Regierung: Vive Focus soll die Standard-Brille fürs Klassenzimmer und in Universitäten werden. HTC kooperierte schon in der Vergangenheit mit der Regierung, bot unter anderem Schulen einen Zehnerpack Vive-Brillen an. Der Vive-Focus-Deal dürfte schon vor dem Vorbestellstart festgestanden haben.

VR-Brille als Lerngerät

Zu Graylins Prognosen für die Zukunft der Virtual Reality gehört der flächendeckende Einsatz von VR-Brillen in den Klassenzimmern: Virtuelle Schulen sollen den Zugang zur Bildung demokratisieren und vernetzte Arbeit via Telepräsenz der neue Standard werden.

“In der VR-First-Zukunft werden Videospiele nicht mehr als Zeitverschwendung betrachtet, da gamifizierte Arbeit und Schulbildung unsere Karrieren unterhaltsamer macht und uns auf neue Art lernen lässt”, glaubt Graylin.