Der Leiter der Vive Studios Joel Breton erneuert seine Vorwürfe gegen die Konkurrenz, Spiele exklusiv für die eigene Plattform herauszubringen. Der Markt sei dafür noch zu klein.

Die Vive Studios sind HTCs Gegenstück zu den Oculus Studios. Beide unterstützen mit finanziellen Mitteln Projekte von VR-Entwicklern und sorgen damit für hochwertige Inhalte. Der Unterschied besteht darin, dass Oculus die Entwickler an die eigene Plattform bindet, während HTC nicht auf Exklusivität beharrt.

Ein Beispiel ist das von den Vive Studios mitfinanzierte Box-Spiel Knockout League, das bei Viveport, Steam und im Oculus Store erhältlich ist und mit dem heutigen Tag die Early-Access-Phase verlässt. Der Titel erscheint zudem in Kürze im europäischen Playstation Store und somit auch für Sonys VR-Brille.

Gegen die “Bestrafung” von Spielern

In einem Interview mit Wareable äußert sich Joel Breton kritisch zu Exklusivdeals mit Entwicklern: “Wir wollen Inhalte nicht als Waffe gebrauchen und andere Leute davon ausschließen, Inhalte zu spielen, die wir geschaffen oder veröffentlicht haben.” Und weiter: “Wir schauen uns den ganzen VR-Markt an und natürlich ist uns eine gute Vive-Version des Spiels wichtig, aber wir wollen Spieler nicht dafür bestrafen, dass sie eine andere Plattform wählen.”

Breton streicht heraus, dass Entwickler mehr Geld verdienen könnten, wenn sie ihre Spiele auf mehreren Plattformen herausbringen. HTCs Strategie werde sich in absehbarer Zeit nicht ändern, weil der Markt noch zu klein sei und erst  noch wachsen müsse. Erst später wolle HTC darüber nachdenken, ob es Sinn ergibt, in Exklusivtitel zu investieren.

Sind Exklusivdeals ein notwendiges Übel?

Es ist nicht das erste Mal, dass Breton an der Konkurrenz Kritik übt. Der Leiter der Oculus Studios Jason Rubin reagierte auf die Vorwürfe und machte seinen Standpunkt klar: Exklusivdeals sind seiner Meinung nach ein unverzichtbarer Motor der VR-Industrie.

In einem Interview nahm er sein Unternehmen sowie Sony und Google in Schutz: “Ich applaudiere all diesen Unternehmen, denn sie erleichtern mir meinen Job, Virtual Reality in den Massenmarkt zu bringen”, sagte Rubin. Es gebe nur ein Unternehmen, das diese Strategie nicht befolge. Für Rubin ist das ebenso unverständlich wie die Kritik der Nutzer, die sich über exklusive Inhalte beschweren.

| Featured Image: Grab Games | Source: Wareable

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