In China startete vor kurzem der Verkauf von HTCs autarker VR-Brille Vive Focus. In einem Interview erklärt der Präsident von Vive China Alvin Wang Graylin, weshalb HTC das Gerät ohne räumlich erfasste Controller auf den Markt bringt.

Vive Focus ist die erste mobile VR-Brille, die räumliches Tracking bietet. Mittels integrierter Kameras orientiert sich das Gerät im Raum, ohne auf externe Sensoren oder Basisstationen angewiesen zu sein. Mit diesem Sprung in die dritte Dimension hebt HTC mobile Virtual Reality auf eine neue Stufe und lässt VR-Brillen wie Samsung Gear VR und Daydream View technisch hinter sich.

Technologie war noch nicht marktreif

Umso mehr erstaunt, dass die mitgelieferten Controller nicht ebenfalls mit 3D-Tracking kommen. In einem Interview mit dem Blog Skarredghost (siehe Youtube-Video unten) erklärt Alvin Wong Graylin, weshalb das so ist.

Das Vive-Team habe beim Design des Produkts eine Reihe von Punkten berücksichtigen müssen: Das Gerät sollte nutzerfreundlich, stabil, funktional sein und einen vernünftigen Preis haben.

HTC habe hart an räumlichen erfassten Controller gearbeitet, leider nur mit unbefriedigendem Ergebnis: Die Controller hätten ständig rekalibriert werden müssen, funktionierten nur in bestimmten Umgebungen oder seien unstabil gewesen.

Deshalb habe sich HTC letzten Endes entschieden, lieber gut funktionierende 2D- statt unstabile 3D-Controller auf den Markt zu bringen.

Räumlich erfasste Controller “nur eine Frage der Zeit”

Graylin fügt hinzu, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis autarke VR-Brillen räumlich erfasste Controller bieten, weil “jeder das gleiche Ziel verfolgt.” Damit spielt Graylin auf Oculus’ Santa-Cruz-Prototyp an, der im Oktober 2016 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Dass sich das Gerät noch immer in Entwicklung befindet und frühestens 2019 erscheint, beweist, dass die dafür benötigte Technologie recht anspruchsvoll ist. Eine stabile 3D-Erfassung von Controllern mittels Inside-Out-Tracking gelang bislang nur Microsoft.

Die Konkurrenz seitens Oculus oder Microsoft fürchtet Graylin nicht. Der Markt sei noch zu klein, als dass man von einem Wettbewerb sprechen könnte. Aus seiner Sicht ist das gemeinschaftliche Ziel der Industrie, die Bedürfnisse von VR-Nutzern zu erfüllen.

Hierfür experimentiere man mit unterschiedlichen Geräteklassen, um herauszufinden, was am besten funktioniert. Erst wenn Virtual Reality den Schritt in den Massenmarkt mache, würde sich die Frage nach dem Wettbewerb stellen.

| Featured Image: HTC | Source: Skarredghost

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