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Vive Pro: Erste Testberichte zu HTCs neuer VR-Brille

von Matthias Bastian9. Januar 2018

Auf der CES 2018 zeigt HTC Vive Pro, ein aktualisiertes Modell der Virtual-Reality-Brille HTC Vive mit höherer Auflösung und mehr Tragekomfort. Die ersten Testberichte sind positiv, wenn auch nicht enthusiastisch.

Die Webseite The Next Web beschreibt den Sprung in der Auflösung von 1080 mal 1200 Bildpunkte pro Auge auf 1440 mal 1600 Bildpunkte pro Auge als sichtbar, er verändere die VR-Erfahrung jedoch nicht grundlegend. Die Kombination mit Intels Drahtlos-Adapter sei ein Sprung nach vorne, allerdings sei die Gesamtkonstruktion aus Brille samt Adapter noch immer schwer und klobig und in etwa auf dem Niveau des Vorgängers. Die größte Herausforderung von VR sei es wie gehabt, eine Identität zu finden.

Die britische VR-Seite VRFocus beschreibt Vive Pro als “kleines Upgrade, aber in wichtigen Bereichen”. Die höhere Auflösung sei deutlich bemerkbar, der Screendoor-Effekt, bei dem die schwarzen Lücken zwischen einzelnen Pixeln aufgrund der Vergrößerung durch die Linsen auffallen, nicht mehr sichtbar. Die Audio-Qualität der integrierten Kopfhörer sowie des Mikrofons seien sehr gut. Optisch wirke die Brille wie gehabt klobig, aufgrund der neuen Kopfhalterung – eine überarbeitete Version des Deluxe Audio Strap (Testbericht) – sei sie jedoch deutlich komfortabler. Beim Gewicht konnte der Tester keinen Unterschied zum Originalmodell wahrnehmen, obwohl Vive Pro etwas leichter sein soll. Die Marktchancen der neuen Brille hingen maßgeblich vom Preis ab.

Laut dem Tester der Webseite Gizmodo ist die Qualitätsverbesserung ob der höheren Auflösung “weniger deutlich, als man erwarten würde”. Der Screendoor-Effekt sei zwar reduziert, aber noch sichtbar. Man könne ihn jedoch im Vergleich zur Originalbrille leichter ignorieren. Der Tester lobt besonders die nahtlose Integration von Intels Drahtlos-Adapter, der ein Gefühl von “echter Freiheit” in Virtual Reality vermittele. Eine Beobachtung, die ich nach meinem Test des Tpcast-Adapters für die Originalbrille bestätigen kann: Kabellos-VR kann ein massiver Präsenzverstärker sein. Die kabellose Vive Pro ist laut Gizmodo wie Motorradfahren, Kabel-VR mit der originalen HTC Vive wie Fahrradfahren.

Vive Pro zielt auf die Spitze, nicht die Breite

Jan-Keno Janssen von Heise.de schreibt, dass die höhere Auflösung sofort ins Auge fällt, sodass Texte deutlich besser zu lesen sind. Einzelne Pixel seien aber nach wie vor sichtbar, ebenso wie Lichtreflexionen in der Optik, wenn helle Objekte auf dunklem Grund erscheinen. Alles in allem sei das Display und die Optik aber deutlich besser als bei HTC Vive. Was den Tragekomfort betrifft, konnte Janssen keinen großen Unterschied zur Ur-Vive mit Deluxe Audio Strap feststellen.

Die Webseite Techradar schreibt, dass Vive Pro der notwendige halbe Schritt für HTC sei, um bei der Technologie Marktführer zu bleiben. Laut dem Autor ist der störende Screendoor-Effekt “fast nicht mehr sichtbar”. Das Gerät sei kein großer Sprung nach vorne, sondern biete nur kleine Verbesserungen gegenüber dem Original. Das finale Urteil sei abhängig vom Preis.

Digitaltrends kritisiert, dass Vive Pro wie HTC Vive nicht gut für Brillenträger geeignet sei, lobt aber den insgesamt verbesserten Tragekomfort. Vive Pro sei bequem und sitze dennoch fest auf dem Kopf. Die höhere Auflösung sei deutlich sichtbar, vergleichbar mit dem Sprung auf HD-TVs – die Brille sei dem Vorgängermodell und Oculus Rift deutlich überlegen. Dennoch fühle sich Vive Pro noch nach einem Nischenprodukt an und würde wohl – abhängig vom Preis – keine neuen Käuferschichten gewinnen, sondern eher Enthusiasten begeistern.

Der Erfolg hängt vom Preis ab

Road to VR ist begeistert von Vive Pro: Das Gerät sei zwar keine Vive 2, aber lege die Messlatte für PC-Brillen in vielerlei Hinsicht höher, angefangen bei der visuellen Qualität. Der Tester schreibt, dass es schwierig ist, bei Vive Pro noch einzelne Pixel zu erkennen. Die Lichtreflektionen in kontrastreichen Szenen würden aber nach wie vor auftreten, da wie bei HTC Vive Fresnel-Linsen verbaut sind.

Der Tragekomfort sei höher als bei HTC Vive mit dem Deluxe Audio Strap, obwohl Vive Pro insgesamt wuchtiger ist. Die VR-Brille fühle sich dank kleiner Verbesserungen angenehmer auf dem Kopf an und sitze stabiler.

Anstatt mit zwei Schrauben kann das Gehäuse bei Vive Pro mit einem Knopf nach hinten oder vorne bewegt werden. Das sei praktisch, wenn man eine Brille trägt. Auf den Kopfhörern sind Knöpfe untergebracht, mit denen Nutzer manuell die Lautstärke anpassen und die Mikrofone an- und ausschalten kann, ohne ins SteamVR-Menü wechseln zu müssen. Laut Road to VR sind die Kopfhörer entgegen früherer Berichte nicht abnehmbar (Anm. d. Redaktion: Diese Aussage widerspricht Angaben auf der offiziellen Internetseite).

Vive Pro sei ein eindrückliches Upgrade gegenüber HTC Vive. Dennoch bleibe noch eine wichtige Frage offen: wie viel die VR-Brille kosten wird. Wenn der Preis zu hoch ausfalle, würde er bei Endkunden durchfallen und dem VR-Markt nicht die erhofften Impulse geben können.

Laut Tom Warren von The Verge (Video unten) ist Text deutlich besser lesbar, allerdings “nicht perfekt”.

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