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Vorerst keine Virtual-Reality-Spiele von Blizzard

von Matthias Bastian15. Februar 2016

Kaum ein anderes Unternehmen konnte den bisherigen Spielemarkt so prägen wie Blizzard Entertainment. Mit Titeln wie Diablo oder World of Warcraft begeistern sie nicht allein Gamer, sondern schaffen auch soziale Phänomene.

Auf den ersten Blick scheinen gerade die Spiele von Blizzard besonders geeignet für VR-Adaptionen, setzen sie doch meist auf ausgefeilte, in sich glaubhafte Spielewelten. Der ein oder andere mag riesige virtuelle Umgebungen wie die in World of Warcraft schon als eine Art “Metaverse” betrachten, das eigentlich wie geschaffen wäre für eine Umsetzung in die virtuelle Realität.

Die Entscheider bei Blizzard sehen das aber anders, denn vorerst hat das Unternehmen keine Pläne für VR-Plattformen zu entwickeln. Blizzard-Spiele würden ausgeprägten Wert auf Gemeinschaft legen, Virtual Reality als reine Soloerfahrung wäre dafür eher nicht geeignet, sagt Chris Metzen, Vizepräsident von Blizzard. “Jeder spricht über VR und darüber, lustige Helme zu tragen”, sagt Metzen. “Kulturell interessiert uns das natürlich und wir beobachten den Markt. Wie cool wäre es, in World of Warcraft originalgetreu herumzulaufen? Aber davon sind wir noch weit entfernt. Aber wir beobachten. Es kann sein, dass andere Unternehmen etwas forscher rangehen und den Markt besetzen. Aber ich denke, wir sind noch nicht so weit den Markt zu erobern.”

Tatsächlich setzen die meisten VR-Erfahrungen noch auf eher kurze, dafür besonders intensive Sessions und wurden in erster Linie für eine Person konzipiert. Allerdings existieren bereits Ansätze für soziale Multi-User-Anwendungen, ein bekanntes Beispiel ist Altspace VR, das sogar über verschiedene Plattformen hinweg kompatibel ist.

Statt High-End-Erfahrungen für eine sehr spezifische Zielgruppe zu kreieren, will Blizzard sich aber lieber auf den Casual-Markt konzentrieren. Das Unternehmen sieht eine hohe Priorität im mobilen Markt und will Smartphone-Spiele entwickeln, die mehr Substanz haben als die meisten typischen App-Downloads im Android- oder iOS-Store, aber dennoch für ein breites Publikum geeignet sind. Außerdem sollen die Aktivitäten im eSports-Bereich weiter ausgebaut werden.

| SOURCE: Venturebeat
| FEATURED IMAGE: Blizzard