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VR auf der E3: Nur eine Randnotiz in den sozialen Medien

von Matthias Bastian20. Juni 2016

Laut einer Analyse von Brandwatch hat die neue VR-Technologie die Gespräche von Spielern in den sozialen Medien kaum stimuliert. Fans von traditionellen Spielen müssen sich vorerst keine Sorgen machen, dass ihnen der Nachschub verweigert wird.

Wirklich überraschend ist die Erkenntnis nicht, dass Virtual Reality auch im zweiten signifikanten E3-Jahr noch ein Nischendasein fristet. Die wohl größte Ankündigung kam von Microsoft, eine neue Xbox-Konsole, die auch VR-tauglich ist, aber erst in anderthalb Jahren erscheint. Interessanterweise spielte die Augmented-Reality-Brille Hololens gar keine Rolle mehr auf der Pressekonferenz der Redmonder, im letzten Jahr wurde diese mit großem Tamtam und gestellten Videoaufnahmen noch als Gaming-Revolution eingeführt.

Immerhin wurden auf der E3 eine Reihe bekannter Spielemarken angekündigt, die in Zukunft den Weg in die virtuelle Realität finden sollen – Fallout, Resident Evil, Batman oder Final Fantasy. Auch wenn die bisher gezeigten Demos, gerade bei Sony, noch eher zu Wünschen übrig lassen, kann man das zumindest als Willensbekundung seitens der Hersteller verstehen. Auf der Sony-Pressekonferenz spielte Playstation VR eine deutlich prominentere Rolle als noch im Vorjahr. In 2015 wurde an gleicher Stelle nur rund zwei Minuten über damals noch Project Morpheus gesprochen. In 2016 waren es immerhin rund zehn Minuten samt Demonstration.

In diesem Sinne: Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist wahrnehmbar, aber laut einer Auswertung von Brandwatch, liegt der Durchbruch noch in weiter Ferne. Die Marktforscher untersuchten die Reaktionen in den sozialen Medien und zählten aus, wie häufig bestimmte Spieletitel in den Konversationen genannt wurden. Der Blick in die sozialen Netzwerke als Trendbarometer ergibt Sinn, denn dort spricht die technik- und spieleaffine Zielgruppe vornehmlich über die wichtigsten Ankündigungen der Hersteller. Ausgewertet wurde eine Stichprobe von zehn Prozent aller E3-Konversationen in Social Media zwischen dem 12. und dem 15. Juni.

Die Gespräche bei Facebook und Co. werden dabei deutlich von bereits etablierten Spieleserien für den herkömmlichen 2D-Monitor bestimmt. Zelda, Battlefield, God of War – das sind Titel, die Spielerherzen wie gehabt höher schlagen lassen. Das zeigt einmal mehr, dass Gamer eben keine innovationsverliebten Tech-Nerds sind, sondern eher traditionell geprägte Gewohnheitstiere; gerade in der heutigen Zeit, in der Gaming mittlerweile als anerkanntes Mainstream-Hobby durchgeht. Auch der größte VR-Enthusiast sollte nicht erwarten, dass hier in naher Zukunft eine Umkehrung der Gegebenheiten stattfindet, insbesondere dann nicht, wenn das Locomotion-Problem der virtuellen Realität noch nicht gelöst ist.

Mit Stark Trek VR, Arkham VR, Eagle Flight und Fairpoint konnten sich immerhin vier reine Virtual-Reality-Spiele in die Liste der am meist diskutierten E3-Titel schummeln, wenn auch nur ins Mittelfeld. Eine gute Position gab es für Fallout 4, aber hier dürfte wohl die Ankündigung von neuen herunterladbaren Zusatzinhalten für die bereits erhältliche 2D-Version mehr Aufmerksamkeit generiert haben als die kommende VR-Adaption.

Die Brandwatch-Analyse zeigt: VR-Gaming wird traditionelle Spiele nicht so schnell ersetzen. Grafik: Brandwatch

Die Brandwatch-Analyse zeigt: VR-Gaming wird traditionelle Spiele nicht so schnell ersetzen. Grafik: Brandwatch

| Source: Brandwatch