Der Virtual-Reality-Markt in China ist laut einer Umfrage aus dem Dezember fest in männlicher und in der Hand von HTC.

Gemeinsam mit Medienpartnern befragte HTCs Vive-Team im Dezember 2017 über 3200 Chinesen zu ihrem Interesse an Virtual Reality. 91 Prozent der Umfrage-Teilnehmer waren Männer, nur neun Prozent Frauen. Der starke Fokus auf Männer liegt zum einen daran, dass die Umfrage hauptsächlich über die einheimische Tech-Presse gespielt wurde, die ein männliches Publikum adressiert.

Zum anderen, so bestätigt uns Vives China-Präsident Alvin Wang Graylin, hätten in erster Linie Männer Interesse am neuen Medium. Die Zurückhaltung der Frauen zeigte sich zuvor schon in einer in UK durchgeführten Studie aus dem Mai. Damals gaben rund zwei Drittel der Frauen an, keine VR-Brille aufsetzen zu wollen.

Seit 2016 testeten viel mehr Chinesen Virtual Reality

Laut der HTC-Befragung hatten 89 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bereits Gelegenheit, eine VR-Brille auszuprobieren. Im Mai 2016 lag derselbe Wert noch bei 56 Prozent. Rund die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer besitzt eine VR-Brille.

Die bekannteste Virtual-Reality-Marke in China ist laut der Umfrage Vive – und zwar mit großem Abstand: Fast 95 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, den Namen schon einmal gehört zu haben. Auf dem zweiten Platz folgt Sony mit Playstation VR und einem Bekanntheitsgrad von circa 80 Prozent.

Samsung Gear VR liegt mit rund 71 Prozent auf Platz drei. Oculus Rift ist mit circa 68 Prozent Bekanntheit eher abgeschlagen, allerdings wird die Facebook-Brille offiziell nicht nach China verkauft.

Pimax: Unbekannt im eigenen Land

Interessant ist, dass der in China ansässige VR-Brillenhersteller Pimax, der im letzten Jahr bei Kickstarter erfolgreich war, gar nicht erst in der Liste der bekanntesten VR-Marken auftaucht.

Auf Nachfrage bezeichnet Graylin Pimax als junges Startup, dessen Marke noch keinen Wiedererkennungswert habe. Kickstarter-Kampagnen seien ein “westliches Phänomen”. Chinesen seien gegenüber neuen VR-Marken außerdem eher skeptisch eingestellt, da es in den letzten Jahren über 300 unterschiedliche Produkte gegeben hätte, nur wenige davon mit wirklichem Marktpotenzial.

Bei der Frage nach dem Kaufinteresse spielt Pimax unter Chinesen erneut fast keine Rolle (0,5 %). Angeführt wird diese Liste mit großem Abstand von Vive (78 %), abgeschlagen folgen Playstation VR (9 %), Microsoft (5 %) und Oculus Rift (3 %).

Besitzer von Highend-Brillen wie HTC Vive, Oculus Rift, PSVR oder den Windows-VR-Brillen geben tendenziell einen höheren Zufriedenheitsgrad an als die Besitzer von Smartphone-Brillen oder einfachen Mittelklasse-Geräten für den PC, die kein Raumtracking mit 3D-Controllern bieten. Als wichtigste Qualitätskriterien werden Tragekomfort (71 %), viele Inhalte (65 %) und keine VR-Übelkeit gleichauf mit der Auflösung (je 59 %) genannt. Erst dann folgt der Preis (57 %).

Laut der Umfrage besteht außerdem ein dezent größeres Kaufinteresse an autarken VR-Brillen wie Vive Focus (48 %) als an PC- oder Konsolen-Brillen (46 %). Abgeschlagen sind Smartphone-Brillen mit nur sechs Prozent Kaufinteressenten.

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