Ganz sicher ist es zwar noch nicht, aber sehr wahrscheinlich: Die nächste Generation Virtual-Reality-Brille wird neben Kopf- auch die Pupillenbewegungen messen. Was bedeutet das für den Datenschutz? Der schwedische Hersteller Tobii will möglichem Missbrauch erst gar keine Chance geben.

Beim sogenannten Eye-Tracking zeichnen kleine Kameras am Linsenrahmen der VR-Brille die Bewegungen der Pupille auf und reichen sie an die VR-Anwendung weiter. Das klingt im ersten Moment nach einem bedrohlichen Eingriff in die Privatsphäre – ist es womöglich auch.

Allerdings bietet Eye-Tracking technisch so viele Vorteile, dass die VR- und AR-Branche geschlossen auf die Technologie setzt. Denn wenn Programmierer wissen, welchen Punkt der Nutzer fokussiert, können sie viel Rechenleistung einsparen – das periphere Sichtfeld wird mit weniger Details gerendert – und neue Interaktionsformen anbieten, beispielsweise Blickkontakt mit digitalen oder realen Menschen.

Daher investieren Techkonzerne wie Apple, Facebook, Google, Magic Leap, Qualcomm, LG und viele mehr signifikante Summen in die Blickerfassung.

Tobii will keine Bilder freigeben

Natürlich stellt sich die Frage: Wie werden die Blickdaten über ihren eigentlichen Zweck hinaus ausgewertet? Und was passiert mit den Aufnahmen der Pupille, die eine Eye-Tracking-Kamera zwangsläufig anfertigen muss?

Der schwedische Hersteller Tobii, der unter anderem für eine autarke VR-Referenzbrille von Qualcomm das Eye-Tracking-System stellt, bezieht zu diesen Datenschutzfragen eindeutig Stellung. Und zwar im Sinne des Nutzers: Entwickler können zwar die Bewegungsdaten der Pupille für ihre App verwerten. Aber auf die Aufnahmen selbst haben sie zu keinem Zeitpunkt Zugriff.

“Wir haben dazu eine klare Einstellung”, sagt Tobii-Manager Oscar Werner gegenüber Wired. “Die Entwickler sehen nie Aufnahmen des Auges – nur dessen Blickrichtung.” Anwendungen dürfen die Eye-Tracking-Daten weder speichern noch weiterreichen. Auch nicht aggregiert über mehrere Nutzer hinweg.

“Die Eye-Tracking-Daten können nicht gespeichert werden und verlassen niemals das Gerät”, verspricht Werner. Diesen Standpunkt habe sein Unternehmen auch gegenüber den Hardware-Partnern Qualcomm und StarVR klargemacht.

Tobiis strenge Regeln zählen allerdings nur für Konsumbrillen. Für Forschungseinrichtungen vergeben die Eye-Tracking-Spezialisten eigene Analyse-Lizenzen.

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