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VR-Brille von Pimax: 4K pro Auge, Eye- und Steam-VR-Tracking

von Matthias Bastian7. September 2017

Der chinesische Hersteller Pimax verspricht eine eierlegende Wollmilchsaubrille: Die VR-Brille Pimax 8K löst mit 4K pro Auge auf bei einem Sichtfeld von 200 Grad.

Der neue Pimax-Prototyp unterstützt eine 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) pro Auge bei einer maximalen Bildwiederholrate von 75 Hz. Eine selbstentwickelte Zwischenbildberechnung (“Brain-warp”) soll die Bildwiederholrate auf bis zu 150 Bilder pro Sekunde steigern. Die Sichtfeldweite liegt laut Hersteller bei rund 200 Grad, also weit über dem engen Tunnelblick der aktuellen Gerätegeneration.

Das Tracking erfolgt mittels eines selbstentwickelten Lasersystems ähnlich wie bei HTC Vive. Die verwendete Sensorik ist der von Valves Lighthouse offenbar so ähnlich, dass das Steam-VR-Tracking die Pimax-Brille sogar direkt erfassen kann. Wahrscheinlich setzt Pimax in der Brille dieselben Fotosensoren des Herstellers Triad Semicondcutor ein wie HTC bei Vive.

Pimax verspricht im Vergleich zum Wettbewerb sogar eine Mehrleistung: Anders als bei der Vive-Brille soll schon eine einzelne Basisstation fürs 360-Tracking ausreichen. Das Unternehmen gibt die maximale Trackingfläche mit 5 x 5 Meter an.

Pimax bietet mit PiPlay eine eigene Plattform für Inhalte an, die aber rechtlich und inhaltlich höchst fragwürdig ist. Ob die Brille offiziell von Steam VR unterstützt wird, liegt bei Valve. Der Vorgänger – Pimax 4K – war nur über Umwege mit Steam VR kompatibel.

Muss keine Vapoware werden

Die erste 4K getaufte Pimax-Brille war solide, litt allerdings unter dem fehlenden Positionstracking, einer miserablen Steuerungssoftware (gehackte Treiber des zweiten Oculus-Rift-Entwicklerkits) und fehlenden Inhalten für den westlichen Markt.

Pimax rechnete für die namensgebende Auflösung der ersten PC-Brille die Pixel beider Displays (2 x 1080p = 4K) zusammen, was recht irreführend ist. Erst der überarbeitete Prototyp bietet tatsächlich eine 4K-Auflösung. Pimax hängt dem neuen Modell entlang der eigenen Logik das Kürzel 8K an, obwohl die maximale Auflösung bei 4K liegt.

Ein erster Testbericht des 8K-Prototyps von der CES 2017 Anfang Januar beschreibt einen positiven Gesamteindruck bezüglich des Displays und Sichtfelds, erwähnt aber auch Verzögerungen beim Erfassen von Kopfbewegungen. Die räumliche Positionserkennung war seinerzeit noch gar nicht integriert.

Da das Rendering so vieler Pixel enorme Anforderungen an die PC-Hardware stellt, bietet Pimax ergänzend ein Eye-Tracking-Modul an. Wie das in das Gehäuse verbaut werden kann, sieht man im Video unten.

Eye-Tracking ermöglicht das sogenannte “Foveated Rendering”, ein spezielles Renderverfahren, bei dem nur noch der Fokuspunkt des Brillenträgers hochauflösend und mit allen Details berechnet wird. Dadurch wird potenziell viel Rechenleistung im peripheren Sichtfeld gespart. HTC stellte kürzlich ein ähnliches Erweiterungsmodul für HTC Vive vor.

Eine Kickstarter-Kampagne für Pimax 8K soll in Kürze starten. Der Preis soll laut früheren Angaben bei circa 500 Euro liegen.

| Featured Image: Pimax

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