3

VR-Entwickler: “Die Mainstream-Presse versteht Virtual Reality nicht”

von Matthias Bastian15. Juli 2017

Der erfahrene Spieleentwickler und VR-Enthusiast Brian Fargo glaubt, dass die VR-Brille in der Mainstream-Presse nicht immer fair behandelt wird.

Seit den früheren 80er-Jahren mischt Fargo als Gründer von Interplay in der Gamesbranche mit. Mittlerweile ist er Chef des Entwicklerstudios Inxile, das auch an Virtual-Reality-Spielen arbeitet. Zuletzt veröffentlichte das Studio den Titel “Mage’s Tale”, das in der VR-Szene und bei den Nutzern gut ankommt, insgesamt aber eher durchschnittlich bewertet wurde.

Im Interview mit der Webseite Gamesindustry beschwert sich Fargo, dass die Mainstream-Presse die Unterschiede zwischen klassischen Games und VR-Erfahrungen nicht verstehe. Seiten, die nur über VR berichteten, ordneten hingegen die speziellen Herausforderungen bei der VR-Entwicklung besser ein.

“Häufig bewerten Tester VR-Spiele schlecht, weil sie sie mit normalen Spielen vergleichen”, sagt Fargo. “Sie verstehen es nicht.” Laut Fargo brauche es “einen großen Bildungsprozess für kritische Tester”, was VR-Spiele leisten könnten und was nicht.

Die Entwicklung von VR-Spielen sei gänzlich anders als von Monitorspielen, so Fargo. Man müsse sich viel mehr Gedanken machen über die Fortbewegung, das Verhalten und die Position des Spielers im Raum.

“Das sind Dinge, mit denen wir uns vorher nie beschäftigen mussten. Wohin schaut der Spieler? Wo sind seine Arme? In welcher Haltung? Bald kommen noch die Finger und die Retina hinzu”, sagt Fargo. Wer diese Aspekte nicht berücksichtige, entwickele kein richtige Virtual-Reality-Spiel.

Industrie der Leidenschaft

“Mit VR-Spielen habe ich den größten Spaß seit Jahren”, sagt Fargo. Wo Leidenschaft sei, da entstehe eine Industrie. Als Gegenbeispiel zu VR nennt Fargo Microsofts Bewegungssteuerung “Kinect”, die zwar einen großen Hype verursacht hätte, den Entwicklern laut Fargo jedoch aufgezwungen wurde und keinen Mehrwert für traditionelle Spiele bot.

“Es ist keine Überraschung, dass Kinect nicht erfolgreich war, weil Entwicklern die Leidenschaft fehlte, die es bei einer neuen Hardware und einem neuen Medium braucht. Bei VR ist sie da”, sagt Fargo.

Die Leidenschaft in der VR-Branche erinnere ihn an die Gaming-Industrie der frühen 80er. Damals seien Videospiele nur ein kleines Hobby-Geschäft gewesen. “Jetzt ist es diese unglaublich große Multi-Milliardenindustrie mit TV-Werbung und E-Sports”, sagt Fargo.

| Featured Image: Inxile

Empfohlene Artikel: