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VR-Entwickler: “Virtual Reality wird bis 2025 klein bleiben” *Update: Video*

von Tomislav Bezmalinovic10. Juni 2017

Update vom 10. Juni 2016:

Auf Youtube ist ein Video zu sehen, das Schells Vortrag in voller Länge zeigt:

Ursprünglicher Artikel vom 7. Juni 2017:

Jesse Schell ist Professor an der Carnegie Mellon University und CEO des Spielestudios Schell Games, das den VR-Titel “I Expect You To Die” entwickelte. Auf der Augmented World Expo hielt Schell einen Vortrag und beschreibt, wo er Virtual Reality und Augmented Reality 2025 sieht. Trotz seiner Begeisterung für die neuen Computerplattformen warnt Schell vor überzogenen Erwartungen an die Verkaufszahlen und die Entwicklung der Technologien.

Schell kritisiert die teils unrealistischen Analystenzahlen und bezieht sich auf eine vielzitierte Studie von Digi-Capital. Das Marktforschungsunternehmen sagt voraus, dass der Markt für Virtual und Augmented Reality bis ins Jahr 2025 auf über 100 Milliarden US-Dollar ansteigen wird. Schell bezeichnet diese Voraussage als “sehr, sehr falsch.”

Schells eigene Prognose besagt ein sehr viel bescheideneres Wachstum. So soll der Markt für Virtual Reality in acht Jahren zwischen 7,5 bis 22,5 Milliarden groß sein und lediglich fünf bis 15 Prozent der Gaming-Industrie ausmachen. VR-Spielentwicklern empfiehlt Schell deshalb, sich auf eine lange Durststrecke vorzubereiten.

Der Markt für Augmented Reality werde laut Schell noch kleiner ausfallen und im Jahr 2025 nur 15 Prozent des Umsatzes von Virtual Reality generieren. Der CEO glaubt, dass die Technologie noch weit von der Marktreife entfernt ist. Das größte Hindernis sei, dass die Technik nicht in einem gewöhnlichen Brillengehäuse verbaut werden könne.

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Augmented Reality hat noch einige Hürden zu überwinden. BILD: Jesse Schell via Venturebeat

Ein Problem: Brillen sehen “dumm aus”

Sei dies nicht gewährleistet, würden die Geräte “dumm aussehen”, weshalb die meisten Konsumenten nicht bereit wären, sich eine AR-Brille aufzusetzen. Als Beispiel nennt er Google Glass. “Es war ein gutes Produkt, formschön und leicht zu benutzen. Glass bot so viele großartige Dinge. Aber die Brille scheiterte, weil man damit komisch aussah”, sagt Schell.

Neben der sozialen Akzeptanz gäbe es eine Reihe weiterer Probleme, die technischer Natur seien. Schell sieht in dem limitierten Sichtfeld und der unausgereiften Sensor-Technologie zwei Hürden, die Augmented Reality bis 2025 davon abhielten, im Massenmarkt anzukommen.

Der CEO hat Ende 2015 schon einmal Voraussagen zu Virtual und Augmented Reality gemacht. Es ist interessant, die 40 Prognosen heute noch einmal durchzugehen. So zeigt sich, dass gewisse Voraussagen mittlerweile eingetroffen sind – einige sogar erstaunlich präzise: zum Beispiel, dass 2016 acht Millionen VR-Brillen verkauft werden.

| Featured Image: | Source: Venturebeat

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