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VR-Entwicklerin: “VR-Erfahrungen brauchen keine Spielmechanik”

von Tomislav Bezmalinovic13. November 2017

Robin Hunicke will Spiele mit Bedeutung und positivem Einfluss entwickeln. Mit “Luna” erschien vor kurzem der erste VR-Titel ihres Studios. Hunicke glaubt, dass mit der Virtual Reality eine neue Form von interaktiver Unterhaltung entstehen könnte, die ohne traditionelle Spielmechaniken auskommt und die Erfahrung in den Mittelpunkt rückt.

Luna erzählt die Geschichte eines Vogels, der die Überreste des Monds verschluckt und damit die Natur aus dem Gleichgewicht bringt. Zusammen mit dem Vogel macht sich der Spieler auf, Sternbilder wiederherzustellen, die Pflanzenwelt wiederzubeleben und Tiere zu heilen. Die Pappmaché-Ästhetik des Spiels beschwört den Zauber alter Kinderbücher herauf.

Hunickes nächstes Projekt ist ein Titel, der von “Skyrim” beeinflusst ist. “Ich liebe die Idee einer Welt, in der ich magische Dinge vollbringen kann – aber nicht, um Menschen zu töten. Magische Fähigkeiten dienen in vielen Spielen der Gewalt oder Zerstörung. Ich hingegen bin fasziniert von der romantischen Idee einer magischen Welt, in der mystische, spirituelle Dinge passieren”, sagt Hunicke gegenüber Games Industry.

Weg von klassischen Spielkonzepten

Die Spielentwicklerin glaubt, dass mit der Virtual Reality ein Markt für eine neue Art von Erfahrung entstehen könnte, die Menschen anspricht, die sich nicht als Gamer bezeichnen würden und vor klassischen Videospielkonzepten zurückschrecken. Aktuelle VR-Spiele würden noch immer recht traditionelle Spielerwünsche bedienen und intensiv, kriegsähnlich, sehr komplex oder herausfordernd sein.

“Ich glaube, dass man sich von diesen Konzepten entfernen kann, ohne dass VR-Enthusiasten die Erfahrung deswegen als unzureichend empfinden”, sagt Hunicke. Die Spielentwicklerin sieht in der Virtual Reality ein Erfahrungsmedium, das auf einer sehr viel grundlegenderen, sinnlichen Ebene funktioniert. Luna sei ein Botschafter für diese Art von Erfahrung, die fast ohne Spielmechaniken auskommt, aber dennoch durch seine sinnlichen Qualitäten und die Interaktion mit der Spielwelt fasziniert.

| Featured Image: Funomena | Source: Games Industry

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