Elton John hat seine letzte Tournee angekündigt. Die von Youtube übertragene Begleitveranstaltung eröffnete mit einem aufwendig produzierten VR-Film, für den zwei Konzerte des Musikers für Virtual Reality rekonstruiert wurden.

Die Ankündigung fand gleichzeitig an Veranstaltungen in New York, Los Angeles und London statt. Das Publikum durfte sich eine Samsung Gear VR aufsetzen und sah den VR-Film, der Meilensteine in Elton Johns fünfzigjähriger Karriere Revue passieren lässt, darunter sein erster US-Auftritt im Hollywood-Nachtclub Troubadour im Jahr 1970 und sein Konzert im ausverkauften Dodgers Stadium fünf Jahre später, als er bereits ein international gefeierter Superstar war.

Ein Artikel des Tech-Magazins Wired beschreibt, wie die Konzerte und der junge Elton John für den VR-Film rekonstruiert wurden. Im Falle des Troubadour-Konzerts stellte sich das als besonders schwierig heraus, da lediglich fünf körnige Fotografien vom Ereignis überliefert sind.

VR-Rekonstruktion von Musikgeschichte

Um einen 23-jährigen, virtuellen Doppelgänger zu erschaffen wurde das Gesicht Elton Johns zuerst mittels spezieller  Kameras eingescannt und anschließend digital verjüngt. Die überdimensionierte Brille des Musikers half, kleine Unstimmigkeiten zu kaschieren. Für die Troubadour-Szene schlüpfte Elton John in einen Mocap-Ganzkörperanzug und spielte auf dem Klavier. Dabei wurden selbst die Fingerbewegungen mit Markern erfasst.

Für die noch aufwendigere Rekonstruktion des Dodgers-Konzerts wurde ein bekannter Elton-John-Imitator engagiert, der anstelle des 71-Jährigen auf der Bühne herumsprang. Das verjüngte Gesicht des Musikers wurde in der Postproduktion über das des Imitators gelegt.

Elton John in der Augmented Reality

Nach der Vorführung des sechsminütigen VR-Films trat in New York der echte Elton John auf die Bühne und spielte eine Reihe bekannter Songs, bevor er seine letzte Tournee ankündigte und Fragen beantwortete. Die gesamte Veranstaltung wurde von Youtube im neuen 180-Grad-Format übertragen.

Dass Elton John auch Augmented Reality kann, zeigte sich einen Tag zuvor, als ein AR-Gegenstück des Musikers in London auftrat. Im Bahnhof King’s Cross wurde ein Piano aufgestellt, auf dem ein unsichtbarer Elton John Klavier spielte. Erst wenn man vor ein spezielles Display trat, sah man den Musiker. Für die AR-Version dürfte der animierte 3D-Avatar aus dem VR-Video eingesetzt worden sein.

Kein Fan von Technologie

Elton John selbst scheint trotz alledem kein großer Fan von Virtual und Augmented Reality zu sein. Gegenüber CNET sagt der Künstler, dass die ganze Aktion nicht seine Idee gewesen sei. Dennoch habe er die VR-Erfahrung als “ziemlich speziell” empfunden und die Produktion unterstützt. Als Hologramm posthum wiederbelebt zu werden, wie Tupac, Michael Jackson oder Ronnie James Dio, möchte er hingegen nicht.

Das hochwertige 8K-VR-Video kann man sich auf Youtube ansehen. Die Youtube-App gibt es für Playstation VR und bei Steam für HTC Vive und Oculus Rift.

| Featured Image: Elton John / | Source: Wired / CNET

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