Speziell bei der Wiedergabe von 360-Videos und -Fotos könnten autarke VR-Brillen wie Oculus Go oder Vive Focus dank einfacher Handhabung glänzen. Der bekannte VR-Filmer Chris Milk hofft auf den Erfolg der neuen Geräteklasse.

Der Filmemacher Chris Milk betreibt gemeinsam mit Kollegen das VR-Studio Here be Dragons sowie die Distributionsplattform Within, die für alle VR-Plattformen verfügbar ist – Highend mit dem PC oder mobil mit der Smartphone-Brille.

Milk war einer der ersten Lautsprecher der VR-Filmindustrie und prägte unter anderem den etwas unglücklichen Ausdruck “Empathiemaschine”. Gemeint ist, dass Nutzer beim Blick durch die VR-Brille den Inhalt besser fühlen sollen als mit traditionellen Medien.

Milk sieht Virtual Reality weiter auf dem Vormarsch. Insbesondere die Inhalteerstellung sei viel einfacher als in den Anfangstagen. Man brauche keinen IT-Hintergrund mehr, um “etwas Tolles” zu produzieren.

Durch diese Demokratisierung steige die Qualität der Inhalte kontinuierlich. Er habe sich jedoch mehr professionelle 360-Grad-Kameras am Markt erhofft, auch wenn die Situation sich langsam verbessere.

Dass es bei VR-Inhalten recht viel Ausschussware gibt, ist für Milk ein “natürlicher Prozess”. Schlechte Beispiele sorgten dafür, dass andere Kreative es besser machen könnten, so Milk. Bei einem neuen Medium wisse am Anfang niemand, was man mit diesem anstellen könne.

Bringen autarke VR-Brille die 360-Filmbranche voran?

Während sich einige VR-Spielestudios ordentlich oder sogar erfolgreich über Wasser halten können, ist es bei 360-Videos zappenduster mit Umsätzen via Direktverkauf – Sexfilme ausgenommen.

Die meisten 360-Produktionen sind bezahlte Auftragsarbeit und werden den Nutzern kostenlos angeboten. Die Branche sucht noch ihre Nische und nach Identität. Erst wenn beides gefunden ist, können Bezahlmodelle greifen. Und natürlich braucht es viel, viel mehr Nutzer.

“Man setzt die VR-Brille auf und ist sofort da, wo man sein möchte.” Chris Milk über autarke VR-Brillen

Das größte Hindernis der VR-Branche ist laut Milk wie gehabt der komplexe und teure Zugang zum Inhalt. Weder die VR-Brille für “teure Spielecomputer” noch Smartphone-Brillen, die den Akku leersaugen, seien eine gute Lösung für den Massenmarkt.

Autarke VR-Brillen könnten sich laut Milk als praktikabler Zwischenweg erweisen: “Ich denke – wie viele andere auch – dass wir ein Gerät brauchen, das nur für VR gedacht ist und nicht mit einem Computer verbunden werden muss. Man setzt es auf und ist sofort da, wo man sein will”, sagt Milk.

Die größte Frage sei es, welches Gerät seine Mutter gemeinsam mit ihren Freundinnen aus dem Buchclub nutzen würde, um VR-Erfahrungen miteinander zu teilen. “Es wird wahrscheinlich nicht aussehen wie Google Cardboard oder eine HTC Vive samt PC”, sagt Milk.

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