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“VR for Good”: Oculus VR macht Virtual Reality zum Sozialthema

von Matthias Bastian17. Mai 2016

Wie es sich für ein milliardenschweres Unternehmen gehört, versucht auch Oculus VR der eigenen sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Das Kernthema des Unternehmens, Virtual Reality, soll dabei die entscheidende Rolle spielen.

Argumentativ springt Oculus VR auf den Empathiezug auf: Aufgrund der immersiven Wirkung sollen sich Virtual-Reality-Videos besonders gut dafür eignen, Geschichten zu erzählen, die in Handlung und Veränderung resultieren. So helfen sie beispielsweise dabei, mehr Spendengelder zu generieren, glaubt das Unternehmen. Als Beispiel im offiziellen Blog nennt Oculus VR “Clouds over Sidra”, eine 360-Dokumentation, die die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens erzählt. Das Video war Teil einer Spendenkampagne, die der UNICEF rund 3,8 Milliarden US-Dollar für den guten Zweck einbrachte.

Sozusagen als empathiefördernde Maßnahme unterstützt Oculus VR nun Filmstudenten, aufstrebende Filmemacher und Non-Profit-Organisationen dabei, immersive 360-Videos für soziale Zwecke zu produzieren. Beim “Filmmakers Challenge” bekommen Studierende aus San Francisco die nötige Hard- und Software (u.a. Galaxy S6, Ricoh Theta S 360, Gear VR) samt Mentoren gestellt, um drei- bis fünfminütige 360-Kurzfilme über ihr Leben und ihre Herkunft zu produzieren. Der Wettbewerb läuft sechs Wochen, die Videos erscheinen anschließend bei Facebook und im Videoportal von Oculus VR.

Ergänzend dazu wird Non-Profit-Organisationen ein gemeinsames Bootcamp mit Filmemachern angeboten. Im Team sollen 360-Videos konzipiert werden, die speziell für VR geeignet sind und einem sozialen Zweck dienen. Um eine technisch hochwertige Produktion zu gewährleisten, bekommen die Teams eine Nokia OZO Kamera gestellt, die Bilder in stereoskopischem 3D und in 360-Grad aufzeichnet. Weitere Unterstützung gibt es in Form von Software, einem Mentorenprogramm mit “Industrie-Veteranen” und Reisebudget. Die Ergebnisse des Bootcamps sollen auf dem Sundance-Filmfestival Anfang 2017 vorgestellt werden. Interessierte Non-Profit-Organisationen können sich am 30. Mai direkt bei Oculus VR für das Programm bewerben.

Oculus VR möchte das “VR for Good”-Programm noch in diesem Jahr erweitern. Daran lässt sich auch die enorme Wandlung des jungen Unternehmens ablesen. Ursprünglich gestartet als Hersteller von Hightech-Spielzeug für Gaming-Nerds, hantiert Oculus VR nun mit 360-Videos für den sozialen Zweck. Ohne die Akquisition durch Facebook wären derartige Maßnahmen wohl undenkbar.

Schon vergangenen Sommer äußerte Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey den Wunsch, dass auch Menschen in Entwicklungsländern in den kommenden zwei bis drei Jahren Zugang zu 360-Kameras und VR-Brillen bekommen sollen. Dafür brauche Virtual Reality eine ähnliche Verbreitung und Preisstruktur wie Smartphones, glaubt Luckey. Eine “digitale Kluft”, wie sie in den letzten Jahrzehnten bei Internet und Computern gewachsen ist, soll bei Virtual Reality gar nicht erst entstehen.

| Source: Oculus VR