Privatsphäre ist ein hohes Gut. Sie muss im Kontext von VR und AR neu diskutiert werden, weil zukünftig noch mehr und intimere Daten abgegriffen werden können. Jetzt möchte die Wissenschaft in Zusammenarbeit mit der Industrie Datenschutzrichtlinien zum Schutz der Nutzer entwickeln.

Im November kommen dafür Vertreter der VR- und AR-Industrie zu Gesprächen in Stanford zusammen. Sie wollen gemeinsam nach einer grundlegenden Übereinstimmung suchen, wie die Privatsphäre von Nutzern geschützt werden kann, ohne die Profitabilität der Unternehmen zu gefährden. Datenverarbeitende Unternehmen wie Facebook registrieren bereits die Bewegungen ihrer VR-Nutzer.

Veranstalter der Diskussionsrunde ist Stanfords Lehrstuhl für Kommunikationstechnologie. Dessen Leiter Jeremy Bailenson wird gemeinsam mit High-Fidelity-CEO Philip Rosedale moderieren.

Bailenson hat erst kürzlich einen kritischen Aufsatz zu möglichen Folgen der Datensammelwut großer Konzerne speziell bei VR und AR veröffentlicht. Er erforscht seit mehr als 15 Jahren die Wechselwirkung zwischen bekannter und virtueller Realität.

Rosedale war an der Entwicklung der digitalen Zwischenwelt Second Life beteiligt. Jetzt versucht er sich seit 2013 an der VR-Neuauflage “High Fidelity”.

Industrievertreter unter sich

Die Veranstaltung ist zunächst nur für Industrievertreter gedacht. Bailenson erwartet etwa 50 Entscheider von Hard- und Softwareherstellern. Vom kleinen und vertraulichen Kreis erhofft sich Bailenson einen offenen Austausch. Journalisten werden zunächst ausgesperrt.

Der VR-Forscher sieht die Veranstaltung im November als Start eines langen Prozesses auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Verfassung zum Schutz der Nutzerprivatsphäre in VR und AR. Zu weiteren Gesprächsrunden sollen Nutzer und Journalisten eingeladen werden.

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