Die Zeit der Rekordinvestitionen ist für die VR-Branche vorerst vorbei. Geld fließt dennoch, insbesondere in Grundlagentechnologien, die das neue Medium eines Tages definieren könnten.

Eine gute Million US-Dollar bekommt das Entwicklerstudio Super XYZ, um den nativen Virtual-Reality-Browser Supermedium weiterzuentwickeln. An der Spitze der Investorenliste steht Y Combinator, einer der bekanntesten Risikokapitalgeber im Silicon Valley.

Supermedium unterstützt den WebXR-Standard und ist für die Darstellung von 3D-Webseiten optimiert. Bedient wird er mit Handcontrollern. Herkömmliche Webseiten kann man mit dem Browser gar nicht erst ansteuern.

Geld verdienen kann Supermedium auf absehbare Zeit wohl nicht, dafür ist die Zielgruppe für den Browser viel zu klein. Unterstützt werden nur Highend-Brillen mit Handcontrollern. Derzeit soll es eine kleine Gruppe regelmäßiger Nutzer geben, die sich hauptsächlich für VR-Pornos im Web interessiert.

Super XYZ hofft, dass mit der kommenden Generation autarker VR-Brillen die Nutzerzahl sprunghaft ansteigt. Bis dahin will es die eigene Technologie möglichst schlank fortentwickeln. Gegründet wurde das Startup von ehemaligen Mitarbeitern von Mozilla, die zuvor am WebVR-Standard mitarbeiteten.

Supermedium für Oculus Rift und HTC Vive kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Avatar-Mimik: Bitte lächeln – so wie ich

Das US-Startup Binary VR will digitalen Avataren mehr Leben einhauchen. Mit einer auf das Gesicht gerichteten Kamera werden Mundbewegungen des VR-Brillenträgers in Echtzeit auf eine virtuelle Figur übertragen. Binary VR verkauft seit Anfang 2017 eine Entwicklerversion der Kamera für 349 US-Dollar.

In der ersten Finanzierungsrunde sammelt das Startup jetzt 4,5 Millionen US-Dollar ein. Das langfristige Ziel ist es, Avatare weniger unheimlich und dem Brillenträger ähnlicher darzustellen. Ähnlich wie Super XYZ setzt auch Binary VR auf ein zukünftiges Wachstum des Marktes und bessere VR-Brillen.

Diese sind im Optimalfall noch mit einem System für die Augenerfassung (Eye-Tracking) ausgestattet, sodass die Mimik des Brillenträgers vollständig digitalisiert werden könnte – bei sozialen VR-Anwendungen könnte das für einnehmendere Kommunikation sorgen.

BinaryVR will die Gesichtstrackingtechnologie außerdem in mit 3D-Sensoren ausgerüstete Smartphones integrieren. Das Startup vermarktet diesen Ansatz als “HyprFace”.


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