VR-Kameras im Vergleich

Produkte und Hersteller: Marktübersicht

Auf dieser Seite zeigen wir eine Übersicht der wichtigsten VR-Kameras. In unserer Übersicht findet ihr die aktuellsten Produkte und angekündigten Prototypen wie Google Jump, Odyssey GoPro oder Jaunt Neo. Über Vergleichsfunktion könnt ihr direkt die wichtigsten Fakten wie Erscheinungsdatum und Preis oder die Anzahl der verwendeten Kamerasensoren, die Aufnahmezeit in Bildern pro Sekunde und die maximale Videoauflösung vergleichen. Die einzelnen Artikelseiten werden regelmäßig von uns aktualisiert.

One-Shots und Heimgebrauch

Prototypen und Profigeräte

VR-Kameras im Technikcheck

Zurzeit gibt es eine Reihe von Prototypen für professionellen Filmproduzenten sowie erste Lösungen für den Heimgebrauch und Hobby-Filmer. Wirkliche Referenzen sind aber in beiden Lagern noch nicht dabei, dafür ist der Markt zu jung. Bei fast jedem Modell müssen Kompromisse eingegangen werden. Für 2016 erwarten wir eine ganze Reihe an neuen Modellen und vielleicht sogar erste 180°-Kameras, die in Smartphones integriert sind. Wir erklären die wichtigsten technischen Begriffe rund um die unterschiedlichen Kamera-Lösungen.

Kameramodelle: Kompakt oder Kamera-Rigs

Bislang lassen sich die Geräte grob in zwei Kategorien unterteilen: Kompaktkameras, die eine fertige Datei ausgeben, und Kamera-Rigs, die aus mehreren einzelnen Kameras und einer speziellen Halterung zusammengebastelt werden. Erstere sind meist One-Shot-Lösungen. Das Videomaterial muss in der Postproduktion nicht mehr zusammengefügt werden und kann beispielsweise sofort via Social Media verteilt werden, dafür ist die Qualität noch nicht besonders gut. Mit Kamera-Rigs, die aus mehreren Kameras bestehen, lassen sich im Vergleich hochwertigere Aufnahmen produzieren, dafür ist der Produktionsaufwand speziell in der Postproduktion sehr hoch, da die ganzen unterschiedlichen Videodateien erst noch korrekt zusammengefügt werden müssen. Außerdem sind die Kamera-Rigs noch deutlich teurer. Zukünftige VR-Kameras sollten aber dazu in der Lage sein, sowohl hochwertige 360-Aufnahmen zu machen als auch den Produktionsprozess zu vereinfachen. Auf Profiniveau sind entsprechende Prototypen schon verfügbar, wann sie auch für normale Verbraucher erhältlich und bezahlbar sind, dürfte auch davon abhäng sein wie schnell sich entsprechende Abspielgeräte, also in erster Linie VR-Brillen wie Oculus Rift oder Samsung Gear VR, verbreiten.

Klein, leicht und handlich: GoPro

VR-Kamera-Rigs, die aus vier bis zu 16 einzelnen Kameras bestehen, verwenden bislang meist kleine Actionscams wie die GoPro Hero4 oder die Hero3 Black. Die Vorteile von GoPros sind ein geringes Gewicht und die kompakte Größe. Neben der Handlichkeit ist die so genannte “SuperView”-Aufnahmetechnik eine weitere Besonderheit gegenüber hochwertigen DSLR-Kameras (Spiegelreflex). Die Modelle nutzen eine Weitwinkel-Perspektive, die in einem  4:3-Bildformat aufnimmt und die Aufnahmen dynamisch auf ein 16:9-Bildformat ausdehnt. Dadurch können die einzelnen Videoaufnahmen lückenlos zu einer 360°-Bildkugel zusammen geschnitten werden. Das aktuellste Modell GoPro Hero 4 Black ist aktuell (Oktober 2015) für rund 400 Euro erhältlich. Die 4er GoPro hat eine Videoauflösung von bis zu 4K bei 30 Bildern pro Sekunde oder 2,7K bei 60 Bildern pro Sekunde. Der Sensor der GoPros ist mit 12MP relativ klein, wodurch die Geräte keine guten Ergebnisse bei geringem Licht erzielen. Innenaufnahmen sind ohne zusätzliche Lichtquellen fast nicht möglich, was bei 360°-Aufnahmen ein echtes Problem darstellt: Wo stellt man die Lampen hin, wenn man sie nicht im Bild haben will – und man bei 360° doch alles in einem Raum erfasst. GoPro versucht das mit neuen Einstellungen wie Night Photo und Night Lapse-Modi aufzufangen, um so qualitativ hochwertige Nachtaufnahmen zu ermöglichen. Außerdem erscheint immer mehr nützliches Zubehör für 360-Kameras die mit GoPros bestückt sind.

Allerdings sind GoPros keine Vorschrift für 360°-Rigs – Tüftler haben auch schon Rundumkameras aus DSLRs mit Weitwinkel-Objektiven oder sogar Profifilmkameras gebaut. Letztlich kommt es nur darauf an, dass die Umgebung vollständig erfasst wird.

Auflösung

Grundsätzlich gilt ab jetzt und für die Zukunft: Je höher, desto besser. Wer heute in 360-Videos einsteigen will und noch keine entsprechende Kamera hat, sollte eigentlich unter 4k nicht anfangen. In VR-Brillen wird die Auflösung nochmal halbiert und pro Auge angezeigt, dadurch wirken selbst 1080p-Aufnahmen häufig etwas unscharf und grobpixelig. Benutzt man dann noch Streaming-Dienste wie YouTube, um die Videos zu verbreiten, wird die Qualität zusätzlich komprimiert. Die Auflösung ist noch eines der größten Probleme der aktuellen VR-Filmerei – hier muss ein guter Mittelweg zwischen maximaler Qualität, Datenmenge und den Verbreitungswegen gefunden werden.

Stitching

Stitching ist der Prozess in der Postproduktion, bei dem die Videodateien der einzelnen Kameraaufnahmen zu einem 360-Video zusammengenäht werden. Aktuell ist das Verfahren noch nicht sehr ausgereift und bereitet VR-Filmemachern noch Probleme. Allerdings arbeiten viele Unternehmen an entsprechenden Software-Lösungen, die den Stitching-Prozess entweder vereinfachen und langfristig sogar ganz überflüssig machen sollen. Beispielsweise will der Kamerahersteller Jaunt zukünftig eine Cloud-Lösung anbieten, bei der die Videodateien schon automatisiert zu einem 360-Video verarbeitet werden. Dazu kooperiert das Unternehmen unter anderem  mit Google.

Lichtfelder

Häufig wird im Kontext von Virtual-Reality-Videos auch von Lichtfeldern gesprochen. Die neue Aufnahmetechnologie erfasst das Licht einer Szene vollständig und wandelt es in Daten um. Anschließend lässt sich die Szene dann 1:1 am Rechner rekreieren. In der Postproduktion können dann Fokus, Bildausschnitt und Perspektive nachträglich verändert werden. Das macht Lichtfelder auch so interessant für Virtual-Reality-Filme: Der Zuschauer sieht die Filmumgebung nicht nur aus der Perspektive der Kameralinsen, sondern kann sich in einem gewissen Radius in der Szene frei bewegen und sich umsehen. Obwohl einige Hersteller damit werben, Lichtfeld-basiert zu filmen, wurde mit Lytros Immerge erst eine Lichtfeldkamera vorgestellt, die auch tatsächlich Lichtfelder und Bewegungen speichert. Andere Lichtfeldlösungen wie beispielsweise von OTOY konnten bisher, ähnlich wie bei einem 360-Foto, nur statische Szenen abbilden. Experten sind sich einig: Der Lichtfeldtechnologie gehört bei Virtual-Reality-Videos die Zukunft.

Virtual Reality oder 360°?

Ob 360°-Videos prinzipiell auch eine Form von Virtual Reality sind, ist in erster Linie eine Definitionsfrage. Wird Virtual Reality häufig als eine am Computer entwickelte Umgebung beschrieben, trifft das auf reale 360°-Aufnahmen meistens nicht zu – dennoch sind auch 360°-Videos, die mit einer VR-Brille angesehen werden, immersive Medien. Ein wesentlicher Unterschied zwischen 360°-Videos und den sogenannten CGI-Produktionen (Computer Generated Imagery) ist meist die Interaktion. Diese kommt in 360-Videos bislang noch kaum zur Geltung: Der Zuschauer kann sich zwar umsehen, aber sich in der virtuellen Welt nicht bewegen oder mit den Protagonisten interagieren. Die Rolle des Zuschauers ist also noch sehr passiv. Allerdings wird sich das in Zukunft ändern, bereits jetzt gibt es erste “Choose-your-own-Story”-Ansätze, bei der die Handlung durch die Blickrichtung beeinflusst wird.

Kleines Film und Fotografie 1×1

Bei 360°-Kameras sind grundsätzlich die gleichen technischen Begriffe relevant, wie bei anderen Film- und Fotokameras auch.

Der ISO-Wert etwa gibt die maximale Lichtempfindlichkeit des Sensors an. Der maximale ISO-Wert gibt Auskunft darüber wie gut die Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch Videos aufzeichnen kann. Grob gilt: Je höher der ISO-Wert, je lichtempfindlicher, allerdings leidet die Bildqualität bei hohen ISO-Werten massiv.

Die Blende ist eine Vorrichtung innerhalb des Objektivs oder des optischen Systems, das die Lichtdurchlässigkeit beschreibt. Je offener die Blende, desto mehr Licht kann in die Kamera fallen. Ähnlich wie bei einem Fernrohr verhält es sich bei der Blendeneinstellung aber mit der Schärfe: Kleine Blenden mit viel Licht lassen nur einen kleinen Bereich des Bildes scharf erscheinen. Je kleiner die Öffnung der Blende, desto dunkler ist eine Aufnahme, aber je größer ist die Tiefenschärfe. Die Angabe der Blende erfolgt gegensätzlich der Blendenöffnung: Eine besonders große Öffnung hat eine besonders kleine Zahl. Die Blende f/2,7 garantiert also eine besonders große Öffnung mit einem hohen Lichteinfall. Lichtempfindliche Objektive sind meist deutlich teurer, allerdings garantieren sie fast immer eine bessere Bildqualität. Da gerade bei Aufnahmen für 360-Grad künstliches Licht nur schwer in die Szene integriert werden kann, da man seine Lichtquellen ja nicht mit aufzeichnen möchte, sind schnelle, lichtempfindliche Objektive besonders wichtig.