Update vom 14. April 2018:

Die YouTuber von Tested hatten ebenfalls die Gelegenheit, Infinadeck auszuprobieren. Das Demolaufband lief mit rund 5 km/h, die Maximalgeschwindigkeit liege bei 13 km/h. Infinadeck-Erfinder Freeman beschreibt den Einsatz in Fitnessstudios, in denen man sein Lauf-Workout in fantastischen Welten absolviert. Ebenfalls angedacht ist ein vollständiges VR-Training für Feuerwehrleute.

Sowohl Freeman als auch die Tested-Tester räumen ein, dass man das Laufen auf Infinadeck zuerst erlernen müsse und das insbesondere das Kurvenlaufen noch verbessert werden müsse. Freeman verspricht weitere Fortschritte beim Laufgefühl durch Software-Optimierungen. Für zukünftige Versionen des Laufbands sei auch die Simulation von Höhenunterschieden angedacht.

Update vom 12. April 2018:

Laut eines ersten Laufberichts ist das Laufgefühl der aktuellen Infinadeck-Version deutlich verbessert. Über einen an der Hüfte befestigten Vive-Tracker wird die Laufrichtung des Nutzers mit den Gegenbewegungen des Laufbands abgestimmt. Das soll für ein deutlich natürlicheres Laufgefühl sorgen, vergleichbar mit einem herkömmlichen Laufband (siehe Video unten).

Geradeaus klappt die Fortbewegung laut dem Tester etwas besser als bei diagonalen Märschen. Man gewöhne sich aber innerhalb weniger Minuten an die neue Gangart und bewege sich dann recht komfortabel in jede Richtung.

Der Nutzer bewegt sich völlig frei auf Infinadeck. Zur Sicherheit ist er von einem Haltering umgeben, den er zur Orientierung auch in der Virtual Reality sieht. Das soll verhindern, dass er schneller rennt, als es das Laufband hergibt. Der Sicherheitsring ist nur eine von verschiedenen möglichen Varianten, um den Läufer vor einem Sturz zu schützen.

Den eigenen Körper sieht der Nutzer vollständig von Kopf bis Fuß als Ganzkörper-Avatar, dafür sitzen zwei weitere Vive-Tracker an den Füßen (siehe Artikel unten). Diese werden aber nicht in die Laufband-Steuerung einbezogen.

Laufband-Räume denkbar

Der Infinadeck-CEO Benjamin Freeman  gibt weiter an, dass das Laufband auch deutlich größer gebaut werden könne, beispielsweise um einen ganzen Raum auszufüllen. Das könnte dynamischere und schnellere Fortbewegung erlauben, womöglich sogar kurze Sprints.

Für Privatverbraucher ist Infinadeck nicht gedacht: Das massive Laufband soll jenseits der 10.000 US-Dollar kosten, der genaue Preis steht noch nicht fest. Es soll 2019 erscheinen.

Derzeit läuft eine Hardware- und Software-Beta für interessierte Unternehmen und Entwickler. Weitere Informationen dazu stehen hier.

Im Video gibt’s ausführliche Eindrücke des Laufbands und ein Interview mit dem Geschäftsführer.

Ursprünglicher Artikel vom 26. März 2018:

VR-Laufmaschine Infinadeck nutzt Vive-Tracker für Ganzkörper-Avatar

Schon seit 2014 ist das Virtual-Reality-Laufband Infinadeck in Entwicklung. Jetzt kombiniert der Hersteller den Laufband-Lauf mit Vive-Trackern für ein Ganzkörpererlebnis.

Auf dem Infinadeck-Laufband kann der Nutzer in jede Richtung gehen. Eine frühere Version des Geräts benötigte dafür neben dem Laufband noch einen speziellen Galgen samt Gürtel, den der VR-Läufer um die Hüfte trug. Der Gürtel diente als Sicherung und um die Laufrichtung des Laufband-Nutzers mit den Rollmotoren abzustimmen.

Offenbar konnte die aufwendige Galgen-Konstruktion jetzt durch einen einzelnen Vive-Tracker ersetzt werden, der anstatt des Gürtels an der Hüfte des Nutzers sitzt. Er erfasst die Laufrichtung und synchronisiert sie über eine Software mit dem Laufband.

Zwei weitere Vive-Tracker sitzen an den Fußspitzen, damit der Nutzer seine virtuellen Füße sehen kann. In Kombination mit der Vive-Brille und den beiden Vive-Controllern können so die Bewegungen des Laufband-Läufers mit einem Ganzkörper-Avatar synchronisiert werden.

Für experimentierfreudige Enthusiasten mit geräumigem VR-Keller

Infinadeck kommt mit einigen Einschränkungen: Im Video sehen die Laufbewegungen noch nicht wirklich rund aus, außerdem unterstützte das Gerät in früheren Versionen eine maximale Gehgeschwindigkeit von nur 10 km/h – das ist Jogging-Tempo. Auch im neuen Demo-Video setzt der Tester nicht zu einem Sprint an und verzichtet auf abrupte Bewegungen und Richtungswechsel.

Hinzu kommt, dass Infinadeck über 200 kg wiegt und bis zu 70 Dezibel laut wird – das ist ungefähr so laut wie ein Rasenmäher. Für Heimanwender dürfte das Gerät daher nicht geeignet sein, eher für professionelle VR-Trainings, therapeutische Programme und vielleicht Spielhallen.

Die neueste Infinadeck-Version wird am 28.03. offiziell vorgestellt und geht anschließend in den Verkauf. Der Preis ist noch nicht bekannt. Laut dem Hersteller ist sein VR-Laufband “das erste kommerziell brauchbare”. Er verspricht eine “persönliche Holodeckerfahrung”. Die zugrundeliegende Lauftechnologie ist patentiert.

Weiterlesen über Ganzkörpertracking und Laufbänder:


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