Titelbild: BadoinkVR

Eine der größten VR-Porno-Produktionsfirmen will herausfinden, wie sich VR-Pornos auf Konsumenten auswirken –  und was diese am meisten anspricht. Das sind die Ergebnisse.

Fünf Männer zwischen 18 und 45 schauten sich für einen Versuch der VR-Porno-Firma „BadoinkVR“ einen achtminütigen Erotikfilm auf einem Monitor an. Das dänische Forschungsunternehmen „Neurons“ maß gleichzeitig mit einem EEG-Gerät die Gehirnaktivität der Probanden. Getestet wurden die emotionale Reaktion und der Grad der Erregung.

Nachdem sich die Gehirntätigkeit nach dem TV-Porno wieder normalisierte, sollten die Probanden den gleichen Film noch einmal ansehen – diesmal mit der VR-Brille. Die Probanden wurden dazu angehalten, zwischendurch nicht zu masturbieren. Ansonsten würden die Forschungsergebnisse verfälscht.

Realistische Perspektive verstärkt die Erregung

Der VR-Porno soll das Gehirn stärker aktiviert haben als die flache Version am Monitor – kein Wunder, dank der Rundumsicht mit Kopfbewegung müssen die Probanden deutlich mehr visuelle Informationen verarbeiten. Das EEG zeichnete insbesondere in der Szene eine Erregungssteigerung auf, in der sich die Frau auf den männlichen Darsteller setzt.

Dafür ausschlaggebend ist die realistische Perspektive, so die Annahme. Allerdings scheint diese generell zu wirken: Schaute sich der Proband im Film einfach nur in der Umgebung um, stieg dessen Erregung ebenfalls.

Betrachtet man jedoch die gesamte Versuchszeit, so war die Erregung der Teilnehmer vor dem Monitor und mit der VR-Brille nahezu identisch.

Die emotionale Reaktion - oder Erregung - fiel mit PC und VR-Brille nahezu identisch aus. Bild: Neurons

Die emotionale Reaktion – oder Erregung – fiel mit PC und VR-Brille nahezu identisch aus. Bild: Neurons

„In Interviews berichteten die Teilnehmer, dass sie sich in VR stärker eingebunden fühlten. Sie mochten die Wirkung“, erklärt Alexander Silva Lopera, Neuroanalyst von Neurons, gegenüber The Daily Dot.

Zu Beginn des VR-Videos lag die kognitive Belastung der Probanden oberhalb der als angenehm und entspannt empfundenen Schwelle. Das lag mitunter daran, dass mehrere Probanden VR-Neulinge waren. Nach etwas Eingewöhnung nahm die kognitive Belastung ab.

VR-Pornos haben noch Verbesserungsbedarf

Laut Lopera muss noch viel über VR-Pornografie herausgefunden werden: „So wie ich das sehe, ist es eine Sache, zu sagen, man mag VR-Pornos und eine andere Sache, sein Verhalten zu ändern, dafür zu bezahlen und diese Erfahrung auch wirklich zu nutzen. Wir müssen herausfinden, wie wir die Erfahrung für Menschen einfach und ansprechend gestalten können.“

Mit fünf Teilnehmern war die Studie laut Lopera „eine Art Pilotstudie“, die keinen Bevölkerungsquerschnitt widerspiegelt. Dennoch könne der Test BadoinkVR etwas Aufschluss geben über die Wirkung der Filme auf die eigene Kundschaft.

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