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VR-Pornos: Teledildonics sollen Virtual-Reality-Pornos fühlbar machen

von Tomislav Bezmalinovic22. Januar 2017

In Las Vegas fand dieser Tage die AVN statt, eine der größten Erotikmessen der Welt. Ein großes Thema waren Teledildonics und die Zukunft von VR-Pornos.

Das Interesse an VR-Pornos steigt zwar stetig, dennoch ist der Konsum solcher Inhalte im Vergleich zu traditionellen Bildschirmpornos noch verschwindend gering. Das hält die Betreiber der großen Internetseiten nicht davon ab, den nächsten, großen Schritt zu planen und Unterstützung für Teledildonics einzubauen. Das ist ferngesteuertes Sexspielzeug in Form von Vibratoren und künstlichen Vaginas, mit denen sich Nutzer gegenseitig über das Internet stimulieren können.

Naughty America gehört zu den bekanntesten US-Pornoseiten. Deren PR-Manager Ian Paul kündigt gegenüber dem US-Blog Upload VR an, dass die Seite an der Unterstützung von Teledildonics arbeite: “Die Gewinne im VR-Bereich steigen Jahr für Jahr um 350 Prozent und dieses Jahr wollen wir Unterstützung für Sexspielzeug wie das von Kiiroo einbauen, das haptisches Feedback synchron zum Video ermöglicht.”

Auch Ela Darling, Betreiberin von CAM4VR, will dieses Jahr noch Teledildonics in ihren Service einbauen. Die Seite bietet Webcam-Shows, die komplett in der Virtual Reality stattfinden. “Diese Verbindung zur Person am anderen Ende – wissend, dass du jemandes Gerät kontrollierst oder jemand dein Gerät kontrolliert und was du fühlst – ist eine mächtige psychologische Erfahrung, die VR-Enthusiasten begeistern wird”, glaubt Darling.

Teledildonics sind nichts Ungewöhnliches mehr

Auf vielen Webcam-Seiten können Anwender per Kreditkarte Credits erwerben und diese während einer Show als Trinkgeld einsetzen. Tun sie das, wird das Sexspielzeug der Darstellerin oder des Darstellers aktiv. Auf diese Weise können Zuschauer die Darsteller während einer Show sexuell stimulieren und zum Höhepunkt bringen.

John McCoy, CEO von Intimuse, das einschlägige Produkte herstellt, glaubt, dass Teledildonics bereits zusätzliche Einnahmen generieren: “Dieses Sexspielzeug hilft Webcam-Seiten bereits dabei, mehr Credits zu verkaufen. Die Darstellerinnen mögen die Geräte, weil sie einfach zu handhaben sind und der Zuschauer keine spezielle Hardware braucht.”

“Die Pornoindustrie erlebt eine große Verschiebung von traditionellen zu immersiveren Erfahrungen, die eine höhere, nie dagewesene Stufe von Intimität ermöglichen”, glaubt Claude Artonne von Terpon, einem Schweizer Startup, das VR-Kameras für Webcam-Shows herstellt.

Dass immer mehr Menschen VR-Pornos konsumieren, liegt laut Artonne daran, dass chinesische Lowend-Brillen den Markt überschwemmen. Dafür spricht eine Statistik, die kürzlich von Pornhub, der größten Pornoseite im Netz, veröffentlicht wurde und zeigt, dass Asiaten weltweit führend sind beim Konsum von VR-Pornos.

Aber nicht alle Industrievertreter sind überzeugt, dass sich Teledildonics zeitnah durchsetzen können. Fabian Grey, der CEO von AliceX glaubt, dass es noch Jahre dauern wird, bis solche Geräte weite Verbreitung finden und Bradley Phillips, leitender Manager von WankzVR sagt, dass sich VR-Pornografie erst als eine qualitativ hochwertige Plattform etablieren muss, bevor weitere Erlebnisdimensionen wie Haptik hinzukommen können.

| Featured Image: Camsoda

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