Amputierte können mit der VR-Brille und ergänzender haptischer Stimulation ein Phantomgliedmaß in die Prothese hineinwachsen lassen.

Digility 2018

In einem Experiment setzten Schweizer Forscher der Technischen Hochschule Lausanne Menschen mit einer amputierten Hand eine VR-Brille auf. In der Brille sahen die Probanden auf eine virtuelle Version ihrer Prothese.

Auf die Zeigefingerspitze der VR-Prothese setzten die Forscher ein blinkendes, visuelles Lichtsignal. Synchron zu diesem Lichtsignal stimulierten sie im Stumpf den Zeigefingernerv an der passenden Stelle.

Die Forscher wollten so erreichen, dass Amputierte die Prothese wie eine richtige Hand als Teil des Körpers fühlen. Amputierte haben häufig das Problem, dass das gefühlte Phantomgliedmaß nicht zu den Proportionen und der Position der Prothese passt.

Getestet wurde das Verfahren an zwei Patienten. Die berichteten, dass ihre Phantomhand während der Behandlung in die Prothese hineinwuchs (siehe Titelbild). Dieses Gefühl dauerte bis rund zehn Minuten nach der VR-Therapie an. Vor der Behandlung fühlten die beiden Patienten eine kleinere Phantomhand, die unmittelbar am Stumpf ansetzte und nicht zur Prothese passte.

Im nächsten Schritt soll untersucht werden, ob und wie dieses Gefühl der Prothesenverkörperung verlängert werden kann. Die Untersuchung wurde im wissenschaftlichen Fachmagazin “Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry” publiziert.

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