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Webwelten statt Webseiten: Wie Virtual Reality das Internet verändern könnte

von Matthias Bastian19. August 2015

Josh Carpenter ist verantwortlich für das Produktdesign von MozVR, Mozillas Initiative, um das Thema Web-VR voranzutreiben. Seit rund einem Jahr arbeiten er und sein Team daran, Konzepte und Visionen für ein zukünftiges Internet zu entwickeln. Insbesondere Enwtwickler sollen einen einfachen Zugang haben, Webwelten statt Webseiten zu entwickeln. Unter anderem wurde bereits eine offene Web-VR Programmierschnittstelle entwickelt und veröffentlicht. Wer einen kleinen Vorgeschmack auf das Internet in der virtuellen Realität bekommen möchte kann sich hier eine spezielle Version von Firefox runterladen, die unter anderem mit Oculus Rift kompatibel ist.

In einem Kommentar auf Singularityhub bezeichnet Carpenter das bisherige Feedback aus der Web-Entwicklergemeinde als “weit über den Erwartungen”. Innerhalb kürzester Zeit hätten Entwickler zahlreiche interessante Web-VR-Anwendungen auf die Beine gestellt, schreibt Carpenter. Beispiele dafür gibt es direkt bei Mozilla oder auf Twitter.

Wir glauben, Virtual Reality ist sinnvoll, unglaublich spaßig und ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Web. Josh Carpenter, Produktentwickler bei Mozilla

Carpenter und sein Team sind davon überzeugt, dass sich Virtual Realiy in den kommenden Jahren als Medium durchsetzen wird. Als Gründe dafür nennt Carpenter günstige Produktionsprozesse aufgrund der bereits vorhandenen Smartphone-Technologie sowie die Investitionen großer Web- und Technologieunternehmen wie Facebook, Google, HTC und Valve, Samsung oder Sony. Insbesondere die ersten HTC Vive Demos überzeugten Carpenter. Er bezeichnet Virtual Reality als “Durchbruch” in der Interaktion zwischen Mensch und Computer mit dem Potenzial, unser Nutzungsverhalten ähnlich zu revolutionieren wie das erste iPhone.

Diese Technologie wird die Welt verändern. Josh Carpenter, Produktentwickler bei Mozilla

Eine Sache gefällt Carpenter aktuell aber gar nicht: Die starke Fragmentierung des Marktes mit vielen unterschiedlichen Systemen und Softwarelösungen. Virtual Reality habe zwar das Potenzial unseren Umgang mit Computern grundlegend zu verändern, bisher spiele es aber nur für Gamer eine signifikante Rolle, kritisiert Carpenter. Er wünscht sich einen Open-Web-Ansatz für Virtual Reality mit geringen Einstiegshürden und vielen guten Inhalten. Dabei möchten er und sein Team in den kommenden Jahren mithelfen.

Wir glauben, dass das Web besser ist, wenn man es direkt damit in Berührung kommt, ohne Vermittler. […] Falls wir jemals ein Metaverse wie aus der Science-Fiction-Literatur haben wollen, dann glauben wir, muss es auf dem Open Web aufgebaut sein. Der schwierige Part ist schon erledigt: Das Internet ist überall. Jetzt müssen wir nur noch eintreten. Josh Carpenter, Produktentwickler bei Mozilla

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| SOURCE: Singularityhub
| IMAGES: MozVR
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