Das Prager Unternehmen Vrgineers verkauft ab sofort eine überarbeitete Version der VR-Brille VRHero. Diese bietet neu zwei Quad-HD-OLED-Displays und einen höheren Tragekomfort.

Auf der Cebit 2017 im März testete ich das Vorgängermodell der VRHero-Brille und störte mich an zwei Dingen: am schmierenden Display und dem geringen Tragekomfort. Mit der neuen Version VRHero Plus will Vrgineers beide Kritikpunkte beseitigen und auf die Rückmeldungen der ersten Benutzer eingehen.

In der Plus-Version sind neu zwei OLED-Displays verbaut, die Nachzieheffekte beseitigen und einen höheren Kontrast sowie eine intensivere Farbdarstellung ermöglichen. Die zwei 5,7 Zoll Displays haben je eine Quad-HD-Auflösung mit 2560 x 1440 Bildpunkten pro Auge und einer Pixeldichte von 518 ppi. Vrgineers zählt die Auflösung der beiden Displays zusammen, um in die Nähe der beworbenen 5K-Auflösung zu kommen.

Patentierte Optik

Die Sichtfeldweite gibt das Unternehmen mit 170 Grad an, das optische System samt asymmetrischer Prismenlinsen ist eine patentierte Eigenentwicklung und wurde gegenüber der ersten Version ebenfalls verbessert. Das Unternehmen programmierte eigene Algorithmen, um Verzerrungen und Farbverfälschungen aufgrund des weiten Sichtfelds zu kompensieren.

Außerdem wurde die Kopfhalterung erneuert und soll mehr Tragekomfort bieten für eine längere Verweildauer in VR. Die Brille hat weiter ein Fokusrädchen und eine mechanische Justierung des Augenabstandes integriert.

Vrgineers will die Standard-Brille für Unternehmen stellen

Unverändert ist Vrgineers Ausrichtung auf den industriellen Sektor: Das Unternehmen zählt insbesondere Autobauer wie BMW, Audi und VW zu seinen Kunden, die die Brille für das Produktdesign nutzen und zum Teil ältere und deutlich teurere Cave-Systeme damit ersetzen.

“Wir konzentrieren uns auf VR für Profis. Wir wollen unsere VR-Brille an jedem Arbeitsplatz sehen”, sagt uns Vrgineers-Mitgründer Martin Holecko. Sein Unternehmen investiere maßgeblich in Forschung und Entwicklung für neue Highend-Lösungen und denke über Lizenzprogramme nach. Holecko erwartet, dass die selbstentwickelte Technologie “in der nahen Zukunft” ihren Weg in Produkte für Endverbraucher findet.

Rund 50 verkaufte VR-Brillen

Seit dem Marktstart der ersten Version im Juni 2017 konnte das Unternehmen circa 50 VR-Brillen an industrielle Partner verkaufen. Das sei keine beeindruckende Anzahl, räumt Holecko ein, aber er erwarte im Zuge einer weiteren Standardisierung der Software-Umgebung sowie einer besser informierten Kundschaft zukünftig eine “deutlich höhere Nachfrage”.

Vrgineers integrierte Nvidias Virtual-Reality-Schnittstelle VRWorks in die eigene Entwicklungsumgebung, um App-Entwickler den Einstieg zu erleichtern und die Performance von Anwendungen zu verbessern.

Bestellungen werden ab sofort über die offizielle Webseite angenommen. Bestandskunden sollen noch im Dezember beliefert werden, Neukunden ab Januar 2018.

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