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VRODOCAST #73: Sprach-KI, Täuschungssticker und unsichtbare Stunden

von Matthias Bastian7. Januar 2018

Künstliche Intelligenz lernt besser sprechen, lässt sich dafür aber von einem einfachen Sticker austricksen. Sven erzählt über das VR-Spiel The Invisible Hours.

Neue Sprachausgabe: Google-KI klingt wie ein Mensch

Googles KI-basierte Sprachsynthese Tacotron 2 verwandelt Text in Sprache. Das ist noch nicht neu, mit dem Google Assistenten kann man seit Jahren Gespräche führen. Neu ist, dass die Sprachausgabe jetzt kaum mehr vom Klang einer menschlichen Stimme zu unterscheiden ist.

Google stellte einige Audiovergleiche zwischen Mensch und Computer online, bei denen man die Roboterstimme nicht mehr verlässlich heraushören kann. Die Forscher evaluierten Tacotron 2 mit dem sogenannten “Mean Opinion Score” und erzielten auf einer Skala von 1 bis 5 einen Wert von 4,525 – eine reale Sprachaufnahme eines Menschen erreicht im Schnitt einen Wert von 4,58.

Simpel-Hack: Einfacher Sticker bringt Bildanalyse-KI aus dem Tritt

Google-Forscher zeigen in einem Experiment, dass eine für Bildanalyse optimierte Künstliche Intelligenz mit einem Spezialsticker getäuscht werden kann. Der Sticker wird von einer Gegner-KI nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip entwickelt, bis die Bildanalyse-KI auf das Motiv anspringt.

Sobald der Sticker in einer Szene auftaucht, richtet die KI ihren vollen Fokus darauf – und vergisst ihr eigentliches Analyseziel. Der Sticker kann der KI jedes erdenkliche Motiv vortäuschen, so wird beispielsweise aus einem Gewehr mit Sticker ein Toaster. Die Google KI-Forscher warnen explizit davor, dass so ein Sticker unkontrolliert offline verbreitet und von jedermann genutzt werden könnte.

The Invisible Hours: Klärt den Mord an Nikola Tesla auf
(ab Minute 22:20)

The Invisible Hours spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Eine kleine Gesellschaft findet sich in Nikola Teslas Villa ein, findet jedoch kurz darauf nur noch die Leiche des genialen Erfinders. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines geisterhaften Beobachters, der in den folgenden Stunden den Ereignissen im Haus unbemerkt beiwohnen und in den zahlreichen Zimmern durch Beobachten und Zuhören den Mörder identifizieren muss. Dank einer magischen Uhr kann der Hausgeist den Fluss der Zeit umkehren und Ereignisse wiederholt in Gang setzen, um alle Einzelheiten aufzudecken. Sven erzählt, ob er mit dem VR-Mystery-Thriller Spaß hatte.