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WalkinVR: Virtual Reality für Menschen mit körperlicher Behinderung *Update*

von Tomislav Bezmalinovic14. Mai 2017

Update vom 14. Mai 2017:

Eine Testversion von WalkinVR kann ab sofort kostenlos auf der offiziellen Internetseite heruntergeladen werden. Eine Registrierung ist erforderlich.

Ursprünglicher Artikel vom 14. April 2017:

Den größten Eindruck machen jene VR-Systeme, die die Bewegungen der Nutzer im Raum erfassen und in die Virtual Reality übertragen. So entsteht die Illusion, dass man sich mit seinem Körper durch virtuelle Welten bewegt. Doch was ist, wenn man aufgrund eines Unfalls oder einer körperlichen Behinderung an ein Bett oder einen Rollstuhl gefesselt ist? Für diese Menschen arbeitet der VR-Entwickler Grzegorz Bednarski an einer zeitnahen Lösung.

Bednarski hielt sich gerade in einer VR-App auf, in der er Gegenstände vom Boden aufnehmen musste, als ihm auffiel, dass diese einfachen Bewegungen nur sehr schwer oder gar unmöglich auszuführen sind, wenn man in einem Rollstuhl sitzt oder im Bett liegt.

Daraufhin begann er, an “WalkinVR” zu arbeiten, einem Programm für SteamVR, das Menschen mit körperlichen Einschränkungen ermöglichen soll, alle Arten von VR-Apps zu nutzen. Bednarski hat Lösungen für zwei Varianten von Einschränkungen entwickelt: Für Menschen, die Virtual Reality im Sitzen oder Liegen verwenden möchten, weil sie ihre Beine nicht bewegen können und für Menschen, die nur einen Arm einsetzen können.

Im ersten Fall drückt der VR-Nutzer eine Taste auf dem 3D-Controller und kann sich anschließend durch horizontale oder vertikale Bewegungen des Eingabegeräts gleichsam durch den Raum ziehen. Auch Drehungen um die eigene Achse sind möglich. Der VR-Entwickler führt diese Arten der künstlichen Fortbewegung in einem Youtube-Video am Beispiel von “Holopoint” und “Job Simulator” vor.

Behindertenorganisationen zeigen bereits Interesse

Nutzern, die nur einen Arm einsetzen können, hilft Bednarski damit, dass er einen virtuellen Controller einblenden lässt, der die zweite Hand ersetzt. Das Duplikat kann frei im Raum positioniert werden. Am Beispiel des Bogenschießen-Minispiels in Valves “The Lab” zeigt der VR-Entwickler wie einfach und zugleich effektiv seine Lösung ist.

Der virtuelle Controller wird dort platziert, wo die linke Hand den Bogen halten sollte, mit der rechten Hand zielt und schießt Bednarski. Selbst im Wave-Shooter  “Serious Sam VR: The Last Hope” gelingt es dem Entwickler, die gegnerischen Horden mit nur einer Hand niederzumähen.

Bednarskis App befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Der VR-Entwickler möchte die Software in den kommenden Wochen um weitere Modi ergänzen und die bestehenden Funktionen verbessern, bevor sie Ende Mai 2017 in einer ersten Version erscheint. Unterstützt werden HTC Vive, Oculus Rift und NoloVR.

Laut eigenen Aussagen hat Bednarski bereits Anfragen von Organisationen erhalten, die Menschen mit körperlichen Behinderungen helfen. Die offizielle Seite des Projekts ist hier zu finden.

| Featured Image: WalkinVR

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