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Update vom 6. Februar:

Auch die Spielezeitschrift Gamestar hat rund 7.000 Leser zum Thema Virtual Reality befragt, die Ergebnisse zeichnen insgesamt ein etwas positiveres Bild. Etwa 66 Prozent der Befragten geben ein hohes oder sogar sehr hohes Interesse an der virtuellen Realität, obwohl nur 17,5 Prozent der Spieler bisher Gelegenheit hatten eine VR-Brille auszuprobieren.

Das größte Potenzial sehen die Befragten dabei mit großem Abstand im Spielebereich, aber welche andere Antwort ist zu erwarten, wenn ein Magazin für PC-Spiele diese Frage stellt. Generell werden fast gleichauf HTC Vive und Oculus Rift die größten Marktchancen (rd. 40%) eingeräumt, darauf folgt mit großem Abstand Playstation VR (15%). Auch hier dürfte die Zielgruppe das Ergebnis verzerren.

Über 70 Prozent der Spieler geben an, dass sie erst später eine VR-Brille kaufen wollen oder generell unsicher sind, ob der Kauf überhaupt lohnt. Nur ein kleiner Teil plant den Kauf schon zum Release im Frühling.  Rund 18 Prozent lehnen den Kauf grundsätzlich ab. Die Zurückhaltung liegt möglicherweise am Preis, denn über 75 Prozent der Befragten finden, dass Oculus Rift zu teuer ist – ein angemessener Preis würde laut der Umfrage bei 300 bis 500 Euro liegen. 43 Prozent der Teilnehmer gehen aber davon aus, dass VR langfristig grundsätzlich gute Aussichten auf Erfolg hat.

Erstaunlich ist, dass über 50 Prozent der befragten Spieler glauben, dass das neue Medium einen grundlegenden Einfluss auf die Gesellschaft haben wird. Die vollständigen Ergebnisse gibt es hier.

Update vom 22.Dezember:

Eine Leserumfrage der Zeitschrift PC Games ‘Hardware’ bestätigt den unten geschilderten Eindruck. Mehr als 2.000 Gamer wurden gefragt, ob sie beabsichtigen, in 2016 eine VR-Brille zu kaufen. Laut der Zeitschrift antworteten nur acht Prozent der Befragten mit “Ja”, dagegen antworteten 60 Prozent mit “Nein”. Immerhin 30 Prozent sind sich noch unsicher und lassen sich gegebenenfalls von einem Kauf überzeugen. Für die Marketingabteilungen von HTC, Sony und Oculus VR bedeutet das: Viel Arbeit.

Ursprünglicher Artikel:

Virtual Reality ist der Traum für jeden Gamer. Mehr sogar: Die Technologie wurde allein für das Gaming erdacht. Denken viele – aber was, wenn gerade die Gamer keine VR-Brillen wollen? Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt scheint ein guter Teil der Zielgruppe alles andere als überzeugt vom neuen Medium.

Das US-Forum NeoGAF ist der Schmelztiegel der Gaming-Szene, noch vor den einschlägigen Gruppen bei Reddit: Hardcore-Nerds, Familienväter, Industriegrößen und sogar vereinzelt Frauen geben sich hier die Klinke in die Hand, um ihr Hobby zu diskutieren. Der Altersdurchschnitt liegt bei rund 30 Jahren, ein guter Mix also. Doch was denken die User dort über Virtual Reality? In einem aktuellen Thema fragte ein Nutzer, noch völlig gehyped von den ersten Eindrücken seiner Gear-VR-Apps, die User im Forum: “Wie kann jemand glauben, dass VR nicht die Zukunft ist?”

Die Antworten fielen wohl anders aus als erwartet – ein Großteil der Nutzer steht dem neuen Medium nicht nur skeptisch sondern sogar sehr kritisch gegenüber. Wir haben die ersten 400 Beiträge im Thema ausgewertet und die Antworten gezählt, die eindeutig kritisch oder eindeutig positiv waren. Weder positiv noch negativ wurden die Antworten gewertet, die VR prinzipiell als wichtige Technologie in der Zukunft sehen, allerdings nicht in der aktuellen Variante mit VR-Brillen.  Eher neutrale Beiträge wurden ebenfalls nicht gezählt. Das Ergebnis: Das Verhältnis zwischen Kritikern und Enthusiasten fällt 2:1 aus – gegen Virtual Reality. Rund 90 der Antwortenden haben kein Kaufinteresse und glauben auch nicht, dass VR in irgendeiner Art und Weise die Gaming-Zukunft prägt. Dem gegenüber stehen 46 Nutzer, die genau davon überzeugt sind.  Natürlich gilt dabei eine große Einschränkung: Viele der Kritiker hatten noch keine Gelegenheit VR auszuprobieren.

Die gängigsten Kritikpunkte sind, dass die Spieler nichts am Kopf tragen und auch nicht komplett von der Außenwelt abgeschottet sein möchten. Soziale Interaktion und Second Screen schlagen Immersion, so der Konsens der Skeptiker. Auch die möglichen negativen Reaktionen des Partners oder der Familie bereitet vielen Spielern Kopfzerbrechen, ebenso wie Übelkeit und Kopfschmerzen dank Motion Sickness. Auch die verhältnismäßig hohen Kosten schrecken viele ab – für High-End-Virtual-Reality wird man deutlich mehr als 1.000 US-Dollar auf den Tresen legen müssen, selbst Playstation VR soll als reines Add-on so teuer wie eine Konsole werden. Viele der Nutzer gehen davon aus, dass VR-Brillen nach dem ersten Wow-Effekt nur in der Ecke liegen werden.

Wir haben einige Zitate gesammelt und übersetzt, die für das Meinungsbild der Kritiker repräsentativ sind:

“So cool es auch sein wird, solange man die Außenwelt abschotten muss, wird sich VR nicht durchsetzen. Außerdem sind die Kosten sehr hoch und die Vermarktung ist schwierig, weil man es selbst erleben muss.”

“Ich gehen davon aus, dass es ein ergänzendes Produkt wird. Man spielt ein wenig in VR und dann wieder auf dem normalen Bildschirm.”

“Wenn der Wow-Effekt vorbei ist, dann ist es einfach nur ein weiteres Gerät. Es ist nicht die Matrix.”

“Spiele werden niemals komplett auf VR setzen, da es von der Außenwelt abschottet.”

“1. Es gibt nicht genug Platz in Häusern oder Zimmern, 2. Es ist gefährlich, falls man hinfällt und man bricht sich etwas, 3. Man ist komplett aus der echten Welt raus, man kann keine Telefonanrufe beantworten, nicht auf sein Smartphone schauen, Nachrichten schreiben. Das kann auch gefährlich sein, was ist wenn das Haus anfängt zu brennen und ich merke es nicht, bis es zu spät ist?

“Die VR-Brillen sind zu unbequem und viel zu schwer, speziell dann, wenn man Brillenträger ist. Bis dieses Problem behoben ist, gibt es wahrscheinlich schon eine neue, bessere Technologie.”

“Es macht für einen Tag Spaß und dann ist es nicht mehr interessant. Dann liegt die VR-Brille nur noch auf dem Schreibtisch rum und du willst sie dir nicht mehr auf den Kopf setzen.”

“Ein TV ist schon ausreichend immersiv ohne die Nachteile einer VR-Brille.”

“Es wird nicht erfolgreich sein, weil man es am Kopf tragen muss. Ich glaube, dass VR nur ein Lückenfüller ist, bis es Hologramme gibt.”

“VR wird niemals mehr sein als ein Novum. Es wird normales Gaming nicht ersetzen, weil es einfach den Basislevel der Wahrnehmung einschränkt und ich glaube, dass die meisten Menschen das nicht für mehr als ein paar Minuten aushalten können.”

“Falls diese Laune wirklich die Zukunft des Gaming werden sollte, dann suche ich mir ein neues Hobby. Ich habe keine Lust mir eine Mikrowelle auf den Kopf zu ziehen, nur um ein paar Spiele zu spielen.”

“Die Zukunft des Gaming? Pffft. Die Zukunft von Gimmicks und Spiele-Add-Ons, die die Menschen für ein paar Jahre kaufen und dann im Schrank verstauen, um wieder normal zu spielen? Ja, mit Sicherheit.”

“VR ist der neue 3D-Fernseher. Eine nette Neuigkeit aber letztlich ein Flop.”

“Es ist cool, ja, aber es wird nicht erfolgreich sein. Es hat große Probleme genauso wie 3D-TV, man kann es schlecht demonstrieren und vermarkten. Es ist eine Erfahrung, die der Nutzer ausprobieren muss.”

“Meine erste Reaktion nachdem ich HTC VIVE ausprobieren konnte war nicht, wie ich damit Spiele spiele, sondern wie man die Technologie in der Architektur, der Wissenschaft oder der Medizin einsetzen kann. Es interessiert mich, wie es sich in Spielen entwickelt, und ich kaufe mir Playstation VR, aber ich glaube nicht, dass ich die VR-Brille mehr als eine Stunde auf dem Kopf haben könnte.”

“Ich freue mich auf VR, aber es wird normales Gaming nicht ersetzen können.”

“Ich glaube, dass VR seinen Platz finden wird, aber keine der VR-Brillen, die demnächst erscheinen, wird erfolgreich sein.”

“Der Anteil der Zeit, in der ich völlig in einem Spiel versinken will, ist sehr gering im Vergleich zu der Zeit, in der ich multitaske und andere Dinge nebenbei mache, die nicht viel Aufmerksamkeit brauchen.”

“Komfort und Bequemlichkeit schlagen Immersion.”

“Ich liebe Virtual Reality, aber die Zukunft gehört Augmented Reality.”

“VR macht mir Kopfschmerzen.”

“Ich finde das Konzept gut, aber die hohen Kosten und die Schwächen der Technologie bremsen VR aus.”

“Ich hatte noch nie Probleme in einem Spiel, einem Film oder in einem Buch zu versinken. Bessere Immersion wird immer als Alleinstellungsmerkmal für VR bezeichnet, aber ich glaube nicht, dass es das ist was der Großteil der Leute möchte.”

“Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber das letzte was ich will, wenn ich von der Arbeit heimkomme, ist, mir eine VR-Brille vor das Gesicht zu schnallen.”

“Ich habe Katzen, die manchmal Unsinn machen, so wie Katzen eben sind, deswegen halte ich immer nach ihnen Ausschau. Außerdem würde mir meine Frau in den Hintern treten, wenn ich ein Spiel nicht pausiere, um ihr bei etwas zu helfen.”

“Ich habe ein großes Problem damit, wenn ich zu tief in einem Spiel versinke. Sogar in meinem härtesten Keller-Gaming-Nerd-Mode finde ich es angenehm wahrzunehmen, wenn mein Vater im Nebenraum hustet, ein Autor vor der Tür anhält oder wenn es regnet. Ich glaube, dass Leute mit Familien auch zögern werden – wer würde schon eine VR-Brille seinem Kind oder dem Partner schenken!?”

“Ich glaube, dass es zu teuer ist, dass es nicht genug gute Inhalte gibt, dass es den Leuten Kopfschmerzen bereitet und dieses es nicht mehr verwenden werden, wenn der WOW-Faktor vorbei ist.”

“Für mich ist VR nichts weil ich ein Kind habe, nachdem ich ständig schauen muss. Das geht nicht, wenn ich einen hässlichen Helm auf dem Kopf tragen muss.”

“Ich bin davon überzeugt, dass das, was wir im Moment sehen, wieder verschwindet und in einigen Jahren wiederbelebt wird, wenn die Technologie besser ist.”

“VR ist cool, aber es nichts, was man teilen kann. Alles macht mehr Spaß, wenn man es teilen kann.”

“Ich glaube nicht, dass VR die Zukunft des Gaming ist. Aber ich bin daran interessiert, was VR für Pornos leisten kann.”

“Es ist nicht elegant, ich möchte nicht mit meiner Freundin im Wohnzimmer sitzen während ich dieses Ding im Gesicht habe. Es ist das Gegenteil von sozial.”

“Ich spiele kaum noch ohne dass ich Twitch, YouTube oder Podcasts auf dem iPad laufen habe oder nebenher am Laptop arbeite, Nachrichten verschicken…”

“Ich glaube, dass VR toll ist, aber das Internet hat meine Aufmerksamkeitsspanne vernichtet. Ich kann nicht mehr als eine Stunde am Stück spielen, ohne, dass ich auf Facebook schaue, News lese oder im Forum bin.”

“Ein Grund, warum VR nicht erfolgreich sein wird, ist, dass es Diskussionen wie diese hier gibt. Wenn wir schon Hardcore-Gamer so überzeugen müssen – was ist mit dem Rest der Welt!?”

“VR sollte in den 90er Jahren schon die Zukunft sein. Es war damals Unsinn und jetzt ist es sogar noch größerer Unsinn – für all die Gründe, die hier schon genannt wurden.”

Warum #Gamer nicht in die #VirtualReality wollen. #oculusrift #htcvive Klick um zu Tweeten

| Source: NeoGAF