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Web-Plattform Kokowa soll die Kreation von 3D-Inhalt demokratisieren

von Matthias Bastian23. April 2017

Die Web-Plattform Kokowa soll es der breiten Masse ermöglichen, 3D-Inhalte für die VR-Brille zu erstellen. Dabei geht es weniger um hochwertige und professionell produzierte VR-Erfahrungen, sondern um Kommunikation durch räumlichen Inhalt.

Wenn Facebook-Chef Marc Zuckerberg prognostiziert, dass 3D-Inhalt das nächste große Medienformat nach Video wird, setzt das Produktionstechniken voraus, die von vielen Menschen beherrschbar sind.

VR- oder AR-Technologien bringen dieses Potenzial von Grund auf mit sich, da sie viel stärker als aktuelle Computerplattformen intuitiv und mit dem eigenen Körper bedient werden können. Mit einem VR-Malprogramm wie Googles Tilt Brush gelingt es jedermann, 3D-Inhalt ohne umfassende Einführung zu erstellen.

Die Web-Plattform Kokowa ist ein Autorenwerkzeug, das es Nutzern erlaubt, schnell und einfach eine 3D-Welt zu konzipieren. Die Anwendung läuft direkt im Browser, Nutzer müssen sich nicht mit 3D-Modellierung oder Code befassen. Die Nutzung ist kostenfrei.

Der Mitgründer der Plattform Peter Zuspan ist davon überzeugt, dass VR nur dann erfolgreich sein kann, wenn der Zugang zur Kreation demokratisiert wird. “Man braucht viele unterschiedliche Charaktere, die damit experimentieren und kreieren”, sagt Zuspan gegenüber Wired.

Zuspans Vision ist nicht weit hergeholt. Nutzergenerierte Inhalte verhalfen auch den sozialen Medien zum Durchbruch, obwohl sie häufig nicht den qualitativen Maßstäben professioneller Produzenten entsprechen.

Befremdlich und seltsam? Gut!

Bei Kokowa startet man in einem leeren Raum, den man mit 3D-Objekten aus einer vorgegebenen Bibliothek oder vom Rechner ausfüllen kann. Der Nutzer kann Position, Größe oder die Oberfläche eines 3D-Objekts verändern. In Zukunft sollen ergänzend Animationen möglich sein. Aus den verschiedenen Elementen baut man eine Szene, die anschließend als 360-Bild oder als 3D-Raum im Netz verteilt werden kann.

Die Gründer der Plattform begannen ihre Arbeit schon vor einigen Jahren, unter anderem mit dem Ziel, die virtuelle Welt abstrakt zu halten und das Vorstellungsvermögen der Menschen zu fördern.

“Bei vielen Plattformen geht es darum, VR der Realität anzunähern”, sagt Mitgründer Jesse Finkelstein. “Hier geht es weniger darum, was real ist, stattdessen möchten wir die Kreativität der Menschen fördern und sie teilhaben lassen an der Kreation neuer Welten.”

Laut Zuspan ist Kokowa für “kurze VR-Momente” nicht länger als 30 Sekunden gedacht, die man sich zwischendurch im Alltag mit dem Smartphone oder Tablet anschaut, ohne zuvor in teure Hardware investieren zu müssen.

| Featured Image: Mario / Solpa / Kokowa

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