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Weltweit größter Spirituosenhersteller warnt mit Virtual Reality vor Trunkenheit am Steuer

von Matthias Bastian3. Juli 2016

Es ist gesunder Menschenverstand: Mit Alkohol im Blut setzt man sich nicht hinters Steuer. Dennoch gibt es viele Unbelehrbare. Denen möchte der Spirituosenhersteller Diageo mit Virtual Reality beikommen.

Rund 960 Millionen Liter Alkohol verkauft Diageo jährlich. Im Portfolio sind bekannte Marken wie Johnnie Walker, Captain Morgan, Smirnoff oder Guinness. Der Konzern beschäftigt sich auch mit den negativen Folgen des Alkoholkonsums. Über zehn Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle weltweit waren in 2014 auf alkoholisierte Fahrer zurückzuführen. Besonders junge Männer Anfang 20 setzen sich häufig betrunken hinters Steuer. Diageo glaubt, dass man diesen vielleicht mit einer Virtual-Reality-Simulation besser beikommen könnte.

“VR-Technologie bietet eine wirksame neue Möglichkeit, um zu unterstreichen, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll zu feiern”, erklärt James Thompson von Diageo Nordamerika. “Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, Beifahrer in einem Auto zu sein, das von einem Betrunkenen gefahren wird, könnte mehr Resonanz bei den Teilnehmern erzielen als verstörende Statistiken und Fotos von Unfällen.”

Diageo setzt auf Aufklärung in Virtual Reality

Um eine möglichst authentische Simulation zu erstellen, führt Diageo Interviews mit Menschen, die bereits betrunken Auto gefahren sind. Anhand der Schilderungen soll dann die VR-Simulation erstellt werden. An der nimmt man nicht in der Position des Fahrers, sondern des Beifahrers teil. Das passive Erleben der Situation soll die Präventionsquote stärken. “Ich denke, wenn man die Situation vom Beifahrersitz aus erlebt, denkt man darüber nach, was man hätte anders machen können. Meistens beginnt Prävention bei der Person, die zu ängstlich ist, dem Fahrer zu widersprechen”, sagt Dan Sanborn von Diageo.

Damit so viele Menschen wie möglich diese Erfahrung machen können, will Diageo sowohl 360-Videos bei Facebook und YouTube verteilen als auch realistische Simulatoren bei ausgewählten Events anbieten. Das Thema Alkohol am Steuer soll nur der Anfang von Diageos VR-Experimenten sein, um über die schädlichen Wirkungen von übermäßigem Alkoholgenuss aufzuklären. Weitere VR-Erfahrungen, die andere Probleme adressieren, sollen folgen.

Wie so ein Trunkenheitssimulator aussehen könnte, zeigt der VR-Simulator 3D-Tripping, der bereits seit 2015 im Einsatz ist. Die niederländischen Entwickler simulieren nicht nur den Einfluss von Alkohol am Steuer, sondern auch von Haschisch, Ecstasy oder Zauberpilzen. Je nach Drogenkonsum wird die virtuelle Autofahrt passend manipuliert, beispielsweise werden die Reaktionen des Fahrers künstlich verzögert oder das Sichtfeld wird eingeschränkt. Das Ergebnis: Jede Menge Unfälle.

| Source: CNBC / Diageo | Featured Image: 3D-Tripping (Screenshot bei Vimeo)