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Weshalb Facebook zuerst auf Virtual-Reality-Spiele setzt

von Matthias Bastian22. Juli 2017

Facebook verdient sein Geld mit Datenhandel und Werbung. Die VR-Brille Oculus Rift, ein Gerät primär gebaut für Spiele-Enthusiasten, mag einfach nicht so recht ins Portfolio passen. Der Oculus-Sprecher Jason Rubin erklärt, weshalb Facebook zuerst aufs Gaming setzt.

Die Vision von Facebook-Chef Marc Zuckerberg ist klar: Virtual und Augmented Reality sind die Computer der Zukunft, die verändern, wie Menschen mit digitalen Inhalten umgehen. In den nächsten zehn Jahren sollen die neuen 3D-Technologien traditionelle Geräte wie das Smartphone und den TV verdrängen.

Trotz des Mainstreamanspruchs beginnt Facebook in der Nische und positioniert Oculus Rift als neue Highend-Plattform für Spieler. Das ist laut Oculus-Sprecher Jason Rubin logisch: Er sieht darin die größte Chance, viele VR-Brillen zu verkaufen. “Mein Job ist es, möglichst viele Geräte an den Kunden zu bringen”, sagt Rubin der Webseite Businessinsider.

Erst die Spieler, dann der Rest der Welt

Das Gaming-Umfeld eigne sich besonders gut für die Fortentwicklung der Virtual Reality, da sich die Branche intensiv mit neuen Grafiktechnologien befasst. Laut Rubin entstehen Innovationen für den VR-Markt im Highend-Bereich und nicht mit günstigen Geräten fürs Smartphone.

Jedes neue VR-Spiel habe das Potenzial, das Medium nach vorne zu bringen. Die Arbeit, die in die Entwicklung von Blockbuster-Spielen fließe, sorge für eine robustere und sozialere VR-Erfahrung und käme letztlich allen Nutzern zugute. Eines Tages, so Rubin, entwickle Oculus Produkte für Oma und Opa.

“Gaming ist ein großer Teil von Virtual Reality, aber nicht alles”, sagt Rubin. Für die Zukunft prognostiziert er völlig neue Genres, von denen man jetzt noch keine richtige Vorstellung habe. “Es gibt eine unendliche Anzahl an Anwendungsbereichen”, sagt Rubin.

Mit einer autarken und günstigen VR-Brille könnte Facebook im kommenden Jahr erstmals einen größeren Angriff auf den Markt außerhalb von Games starten. Da das Gerät keine Raumerkennung und keine 3D-Controller bietet, eignet es sich nicht für Spiele.

Stattdessen könnte die VR-Brille – guten Benutzungskomfort, eine hohe Auflösung und ein bahnbrechendes Design vorausgesetzt – hervorragend für 360-Videos und -Fotos geeignet sein. Facebooks VR-Strategie diskutieren wir im aktuellen Podcast (siehe unten ab Minute 17:00).

| Featured Image: Oculus VR

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