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Wie Owlchemy Labs auf Virtual Reality wettete und gewann

von Tomislav Bezmalinovic27. Februar 2017

Owlchemy Labs hat mit Job Simulator eines der erfolgreichsten VR-Spiele produziert: 3 Millionen US-Dollar soll der Titel laut Entwickler seit seinem Erscheinen im vergangenen April umgesetzt haben. In einem Interview spricht CEO Alex Schwartz über die Risiken, die das Studio mit der Entwicklung des Spiels eingegangen ist, über dessen unerwartet großen Erfolg und die Verkaufsprognosen von VR-Brillen.

Die Entwickler von Owlchemy Labs sind Pioniere der VR-Spielentwicklung. Laut Alex Schwartz soll das Studio bereits ein halbes Jahr vor der Ankündigung von HTC Vive einen Prototyp der VR-Brille erhalten haben. “Wir erlebten raumfüllendes Tracking und Interaktion mit den Händen. Wir dachten: ‘ Lasst uns alles, was wir über Spielentwicklung und Game Design wissen, vergessen und von neu anfangen'”, erzählt Schwartz gegenüber Venturebeat.

Das Studio wollte einen Titel produzieren, der familienfreundlich ist und den man sofort versteht und bedienen kann. Mit ihrem ungewöhnlichen Spielkonzept sind sie dennoch ein großes Risiko eingegangen: “Am Anfang war es es sehr schwer. Etwas mit Waffen oder dem Weltall zu machen, das ergibt Sinn in den frühen Tagen von VR. […] Menschen denken normalerweise nicht, dass es Spaß machen würde, mit einem Tacker zu werfen oder einen Donut zu essen, aber wie sich herausstellte, war genau das der Fall.”

Die Entwickler setzten auf die Stärken des neuen Mediums

Ein weitere, mutige Entscheidung war, voll auf räumliches Tracking und Bewegungscontroller zu setzen. Die Entwickler spekuliert zu einem sehr frühen Zeitpunkt darauf, dass diese Art von Virtual Reality zu einem Standard werden würde – eine Wette, die sich gelohnt hat: “Als Sony uns die Verkaufszahlen mitteilte, waren wir die Nummer Eins in 2016, gefolgt von Batman. Beide Titel setzen auf das Spielen im Stehen und Bewegungscontroller. Alle anderen nutzen das Gamepad”, sagt Schwartz.

Der Erfolg, den Owlchemy Labs mit Job Simulator gehabt hat, sei allein an Zahlen nicht zu messen, meint Schwartz. Der eigentliche Erfolg sei gewesen, dass der Titel so populär wurde. Er erschien in einem Bundle mit HTC Vive und später auch für andere VR-Brillen wie Oculus Rift und Playstation VR. “Der Bekanntheitsgrad und der Einfluss und all das war viel mehr wert”, meint Schwartz.

“Jeder fragt, ob wir genug Geld verdienen und ob überhaupt jemand in diesem Gebiet erfolgreich sein. Ich denke, dass das absolut möglich ist, sofern man die Erwartungen entsprechend anpasst.” Zu glauben, dass man 100 Millionen US-Dollar in ein VR-Spiel stecken könnte, um das Doppelte einzunehmen, das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unrealistisch. “Wir haben immer geglaubt, dass der Markt langsamer wachsen würde, als Analysten es vorausgesagt haben.”

Virtual Reality lässt sich nicht mit dem iPhone vergleichen

Schwartz vergleicht den Verkaufserfolg von VR-Brillen mit demjenigen von Videorekordern. Die ersten Geräte hätten mehrere Tausend US-Dollar gekostet und sich schlecht verkauft, wären danach aber sehr erfolgreich gewesen. Den Vergleich zum iPhone zu ziehen, sei hingegen problematisch, weil es vor dem iPhone bereits tragbare Telefone gegeben hat. Die VR-Brille hingegen sei jedoch gänzlich neu, wenn man von den Entwicklungen in den 90er Jahren absieht.

Gegen Exklusivdeals, die Entwickler mit Plattformbesitzer eingehen, hat Schwartz nichts einzuwenden. Diese seien notwendig, um eine neue Hardware zu verkaufen. Owlchemy Labs habe sich selbst dennoch dagegen entschieden, solche Deals abzuschließen. “Wir dachten, es sei sinnvoll, alle Partner mit an Bord zu haben. Wir dachten, wir könnten eine Art Schweiz der Virtual Reality werden. Wie Unity. Unity funktioniert auf jeder Hardware. Wir wollen, dass man Owlchemy Labs mit den besten VR-Inhalten verbindet.”

Das Studio arbeitet derzeit an einer VR-Adaption der US-Animationsserie “Rick and Morty”. Das Spiel befindet sich laut Schwartz seit einem Jahr in Entwicklung und soll für HTC Vive erscheinen. Das Studio will in Kürze mehr ankündigen.


| Featured Image: Owlchemy Labs | Source: Venturebeat

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