Was wird VR-Enthusiasten nicht alles vorgeworfen: VR-Brillen sind nur ein Spielzeug für Gaming-Nerds, es geht rein um Eskapismus, eine Flucht in virtuelle Welten, darum, die Realität hinter sich zu lassen, man ist sozial isoliert und möchte nicht mehr Teil der Gemeinschaft sein.

Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey gibt bei Twitter Wasser auf die Mühlen von Kritikern und spricht davon, dass es “für die physische Realität bereits in vielen Bereichen schwer ist, mit der virtuellen Welt mitzuhalten.” Geht es nach Luckey, soll sich dieser Trend nur weiter beschleunigen. Das klingt für den ein oder anderen Außenstehenden fast wie eine Drohung.

Dabei trifft Luckeys These mitunter bereits zu. Zum Beispiel, wenn man sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag im Krankenhaus verbringen muss. So ergeht es einigen der Kinder im C.S. Mott Children’s Hospital in Michigan. Das Konzept für den Virtual-Reality-Tag im Krankenhaus stammt von J. J. Bouchard, der in der Klinik für die Kinder- und Familienbetreuung zuständig ist.

“Für Kinder, die in einem Krankenhauszimmer gefangen sind oder die eine physische Behinderung haben und die bestimmte Sachen nicht im echten Leben machen können, sind die Erfahrungen in Virtual Reality sehr aufregend und können die Therapie verbessern”, sagt Bouchard.

Und offenbar entfaltet das neue Medium durchaus seine immersive und eskapistische Wirkung. Mediziner benutzen häufig eine subjektive Schmerzskala von 1 (schmerzfrei) bis 10 (starke Schmerzen), um eine schnelle Orientierung über das Wohlbefinden von Patienten zu bekommen. Einer der Jungen beziffert den Schmerzwert im Alltag mit 9, in Virtual Reality allerdings nur mit 6 – das ist signifikant.

“Ich habe mich schon immer für Spiele und digitale Medien interessiert und man kann mit Dingen, die Kinder begeistern, viel besser Kontakt zu ihnen herstellen, das hat mir wirklich die Augen geöffnet, wie ich unseren Patienten helfen kann”, sagt Bouchard.

| SOURCE: UMHealthSystem | Featured Image: UM Health System (Screenshot bei YouTube)

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