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Wie Virtual Reality die zwei größten Tech-Träume der Menschheit erfüllt

von Matthias Bastian5. August 2017

Zwei Zukunftstechnologien beschäftigen die Science-Fiction-Welt seit Jahrzehnten: Das Beamen und die Zeitreise. Virtual Reality ermöglicht beide Menschheitsträume.

Wie Virtual Reality Zeitreisen ermöglicht

Kein anderes technologisches Konzept fasziniert die Menschheit so sehr wie Zeitreisen. Die Vergangenheit zu erforschen und die Zukunft zu erleben, bevor diese passiert, wäre die ultimative Disruption für die Fortentwicklung der Menschheit. Alle bestehenden Systeme – Forschung, Entwicklung, Bildung, Wirtschaft und Politik – müssten in Folge neu gedacht werden.

Ganz so weitreichend ist die Zeitreise mit der VR-Brille zwar nicht. Aber die neue Technologie bietet zumindest die Chance, die Vergangenheit viel besser und lebensechter zu konservieren, als es bislang möglich war.

Räumliche Videos und virtuelle Simulationen, die mit historischen Daten gefüttert werden, könnten uns zukünftig die Reise in authentische Visualisierungen vergangener Tage ermöglichen. So könnten wir besondere Ereignisse und Momente erneut durchleben, viel intensiver, als es mit Texten, Fotos und Videos möglich ist. Historiker freuen sich über authentische Überlieferungen mit geringeren Verzerreffekten.

Ein besonders abgefahreneres Konzept so einer virtuellen Zeitreise wird in der Sci-Fi-Welt von “Assassin’s Creed” beschrieben: Der VR-Trip in die Vergangenheit wird anhand von genetischen Informationen generiert.

Etwas komplexer ist die VR-Reise in die Zukunft. Hier müsste eine sehr fortschrittliche künstliche Intelligenz einspringen, die anhand von aktuellen Daten verschiedene Zukunftsszenarien prognostiziert und als virtuelle Simulation erstellt. Menschen könnten so die möglichen Konsequenzen ihres Verhaltens erfahren, anstatt sie nur als Gedankenmodell zu konstruieren.

Da der Mensch ein Augentier ist, könnte so eine Simulation dafür sorgen, dass sich bei besonders wichtigen Fragen der langfristige Nutzen einer Entscheidung gegenüber dem kurzfristigen Vorteil durchsetzt. Vielleicht gehen Menschen zukünftig vor einer politischen Wahl in spezielle VR-Center, in denen sie die Konsequenzen einer bestimmten Politik erleben können, bevor sie ihr Kreuzchen setzen.

Ein offensichtliches Beispiel ist die Ausbeutung natürlicher Ressourcen zugunsten des Wirtschaftswachstums. Es ist eine Sache, zu hören, dass der Klimawandel weite Teile der Erde in eine Wüste verwandeln könnte. Eine andere Sache ist es, diesen Zustand zu erleben.

Wie Virtual Reality das Beamen Realität werden lässt

“Beam me up, Scotty” – der berühmte Befehl aus Star Trek ist längst Popkultur und schaffte den Weg in den alltäglichen Sprachgebrauch. Der Kultstatus des Ausspruchs ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass das Konzept des Beamens so unglaublich faszinierend ist.

Die Möglichkeit, innerhalb von Sekunden weite Distanzen zu überbrücken, würde die Art und Weise, wie sich Menschen organisieren und Grenzen festlegen, völlig neu definieren.

Doch obwohl das Beamen seit Jahrzehnten in vielen Variationen ein fester Bestandteil der Sci-Fi-Welt ist, gelingt es Forschern bislang nicht, das fiktionale Konzept auch nur ansatzweise in reale Technologie umzusetzen. Und es sieht auch nicht so aus, als würde sich das zeitnah ändern.

Genau hier springt Virtual Reality ein: Mit der VR-Brille auf dem Kopf können Nutzer wie beim Beamen ohne Mühe weite Distanzen überspringen.

Die virtuelle Simulation bietet sogar zwei wesentliche Vorteile: Zum einen ist die technische Infrastruktur flexibler gegenüber dem einfachen Transport von A nach B, sodass der Trip digital erweitert werden kann.

Zum anderen hat man am Reiseziel seine Ruhe. Gäbe es den Star-Trek-Beam tatsächlich, wären alle schönen Orte auf dieser Welt völlig überlaufen. Eine virtuelle Simulation kennt keine Menschenmassen.

Derzeit gilt noch der Einwand, dass ein VR-Trip nicht ansatzweise den realen Besuch eines Ortes ersetzen kann. Das stimmt zwar, jedoch schließt sich die Erlebnislücke bei kontinuierlicher Fortentwicklung der Technologie.

Falls die virtuelle Simulation und das reale Erlebnis eines Tages kaum mehr zu unterscheiden sind, dann verfügt die Menschheit endlich über eine funktionierende, bezahlbare und ungefährliche Beam-Technologie. Nur die Umsetzung wäre anders als von vielen Sci-Fi-Autoren vorgesehen.

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