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Virtual Reality: Lenovo zeigt erste Windows-Brille mit Inside-Out-Tracking *Update*

von Tomislav Bezmalinovic4. Januar 2017

Update vom 4. Januar 2017:

Zwar ist die Lenovo-Brille auf der CES 2017 noch nicht betriebsbereit, kann aber zumindest anprobiert werden. Dem US-Blog Road to VR fiel dabei ein cleveres Designfeature auf.

Ähnlich einer Schweißermaske kann die Vorderseite der Brille nach oben geklappt werden und man ist wieder in der realen Welt. Das vereinfacht das Ein- und Auftauchen und dürfte so auf die soziale Kompatibilität der Virtual Reality einzahlen.

Ursprünglicher Artikel: Virtual Reality: Lenovo zeigt erste Windows-Brille mit Inside-Out-Tracking

Microsoft bringt dieses Jahr zusammen mit diversen Hardwareherstellern VR-Brillen für Windows Holographic auf den Markt. Nun hat Lenovo auf der CES 2017 als erster Partner seinen Prototyp gezeigt.

Lenovo zufolge soll die VR-Brille mit 350 Gramm wesentlich leichter werden als ihre Highend-Konkurrenz. Zum Vergleich: Oculus Rift wiegt 460 Gramm, HTC Vive 555 Gramm und Playstation VR 610 Gramm. Von letzterer VR-Brille hat sich das Hongkonger Unternehmen das Design abgeschaut, bei dem das Hauptgewicht oberhalb der Stirn zu liegen kommt. Playstation VR gilt trotz ihres Gewichts als bequemste VR-Brille.

Die Windows-Brille hat zwei OLED-Displays mit einer Auflösung von 1440 x 1440 Pixel verbaut. Das sind mehr Bildpunkte als bei Oculus Rift und HTC Vive (1080 Pixel x 1200 Pixel). Andere wichtige Faktoren wie die Bildwiederholfrequenz sind nicht bekannt. Das US-Blog The Verge, dem der Protoyp gezeigt wurde, konnte die VR-Brille nicht in Betrieb sehen, da diese noch nicht funktionsfähig sei.

Inside-Out-Tracking, aber keine Bewegungscontroller

Die VR-Brille hat auf der Vorderseite zwei Tiefenkameras für das Inside-Out-Tracking verbaut. Damit soll die VR-Brille räumlich getrackt werden können, ohne auf externe Sensoren angewiesen zu sein. Das Trackingverfahren könnte auf der in Hololens verwendeten Technologie basieren. Dennoch ist die VR-Brille kabelgebunden: ein HDMI- und ein USB-Kabel führen von der Brille weg zum PC.

Im Juni gab es bereits Gerüchte zu einer Lenovo-Brille. Damals hieß es, dass ein Myriad-2-Chip von Movidius integriert ist. Dieser ist darauf spezialisiert, Prozesse des maschinellen Sehens besonders effizient zu verarbeiten, um so die standardmäßig verbaute Grafikberechnung deutlich zu entlasten. Movidius wurde im September von Intel übernommen.

Unklar ist immer noch, welche VR-spezifischen Anwendungen und Funktionen Windows Holographic bietet und ob die VR-Brille mehr ist als eine neue Art PC-Monitor. Derzeit scheint das noch nicht der Fall zu sein, denn Lenovo zufolge soll jede Anwendung, die in Microsofts Appstore verfügbar ist, zweidimensional dargestellt werden. Auch das Bedienkonzept ist noch offen: Bewegungscontroller für die VR-Brille will das Unternehmen nicht bereitstellen, das überlässt es Drittherstellern. Windows Holographic, die Windows-10-Version für Virtual und Augmented Reality, soll nach neusten Meldungen im April 2017 erscheinen.

Lenovos Windows-Brille hat noch keinen Namen und wird im Laufe des Jahres für 300 bis 400 US-Dollar auf den Markt kommen.

| Featured Image: The Verge

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