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Windows Mixed Reality: Kurztest der SteamVR-Beta *Update & Korrektur*

von Matthias Bastian18. November 2017

Update vom 18. November 2017:

Ein weiterer Test mit einem dritten Bluetooth-Dongle führte endlich zu einem deutlich besseren Ergebnis: Das Tracking der Controller arbeitete viel verlässlicher.

Zu kurzen Aussetzern, bei denen der Controller nicht sofort wieder auftaucht, wenn man ihn plötzlich in das Sichtfeld der Kameras führt, oder er gar im Raum verspringt, kam es selten. Nicht vollständig entfernt werden konnte ein ab und an auftretendes leichtes Zittern der Controller, das man aber nur bemerkt, wenn man gezielt darauf achtet – bei der normalen Nutzung stört es nicht. Außerdem kommt es zu leichten Hängern, wenn man die Geräte zu nah an den im Brillengehäuse integrierten Kameras vorbeiführt.

Windows Mixed Reality mit Steam VR: Gut, aber nicht besser als Rift oder Vive

Der Ersteindruck von Steam VR mit Windows Mixed Reality ist insgesamt recht positiv, auch wenn die Verlässlichkeit und gefühlte Präzision des Trackings von Brille und Controller nicht ganz an jene von Oculus Rift oder HTC Vive heranreicht. Das Fazit bleibt daher gleich: Noch gibt es für Spieler keinen herausragenden Grund, eine WMR-Brille den beiden Platzhirschen vorzuziehen. Ausnahme: Man möchte auf keinen Fall externe Sensoren aufbauen.

Hinweis: In all meinen Tests winkte die Microsoft-MR-Installation die Bluetooth-Verbindung als korrekt funktionierend durch. Das ist ganz offensichtlich keine Garantie dafür, dass der Datendurchsatz zwischen BT-Adapter und Controller einwandfrei funktioniert. Umso unverständlicher ist es, dass Microsoft einen passenden und verlässlich arbeitenden Dongle nicht mit ins Paket legt oder die Controller direkt mit der VR-Brille verbindet.

Wer auf ähnliche Probleme stößt, wie unten bei meinem Ersteindruck beschrieben, sollte daher verschiedene Adapter testen. Ein Wechsel der USB-Ports am PC selbst führte nicht zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Ursprünglicher Artikel vom 15. November 2017:

Ab sofort unterstützt Windows Mixed Reality SteamVR in der Beta-Version. Der erste Kurztest zeigt, dass Microsoft und Valve noch jede Menge Arbeit vor sich haben, um beim Tracking das Niveau von HTC Vive und Oulus Rift zu erreichen.

Die Beta-Version von Windows Mixed Reality für SteamVR ist ab sofort verfügbar. Die App wird bei Steam installiert und ausgeführt, parallel muss Microsofts Mixed-Reality-Umgebung laufen.

Sobald SteamVR anspringt, wird man automatisch aus der Microsoft-Umgebung in Steam Home transportiert. Einen Rückweg gibt es über den Windows-Knopf auf den Mixed-Reality-Controllern.

Im Prinzip läuft Steam VR dann wie man es von HTC Vive oder Oculus Rift kennt, jedoch mit einer signifikanten Einschränkung: Erste Kurztests mit Apps wie Space Pirate Trainer, Racket: NX oder Job Simulator zeigen deutliche Defizite bei der Erfassung der 3D-Controller.

Virtuelle Zitterpartie

Meist zittern die virtuellen Hände leicht oder springen zufällig im Raum hin und her. Gerade wenn man die 3D-Controller längere Zeit außerhalb des Sichtbereichs der im Brillengehäuse eingelassenen Trackingkameras hält, verselbstständigen sie sich, bleiben mal an einer Stelle im Raum hängen und tauchen dann wieder unabhängig von der Handposition an anderer Stelle auf. Führt man sie zurück in den Sichtbereich der Kameras, ist der Übergang zum präzisen Tracking nicht immer so fließend und schnell, wie man es sich wünschen würde.

Häufig weiß man nicht, ob eine Aktion aufgrund des eigenen Verschuldens nicht klappte oder ob ein Trackingproblem Ursache war. Großer Spielspaß kommt so nicht auf. Ob das Problem mit einem Update der Bluetooth-Treiber behoben werden kann, bleibt abzuwarten. Beim Kurztest führte der Anschluss an unterschiedliche Bluetooth-Ports mit zwei verschiedenen Donglen (beide 4.0) nicht zu einer zufriedenstellenden Lösung (Hinweis: siehe Update).

Im Vergleich zur VR-Erfahrung mit Oculus Rift und HTC Vive müssen Microsoft und Valve nachbessern, um wenigstens einen Gleichstand bei der Trackingpräzision zu erreichen. Erst dann sind die WMR-Brillen für Spieler eine sinnvolle Alternative zur PC-Konkurrenz.

Weitere Informationen zu Windows Mixed Reality stehen in unserem Übersichtsartikel.

Ergänzt: Hinweis auf mögliche Bluetooth-Probleme.

| Featured Image: Valve

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