Autarke VR-Brillen ermöglichen neue Spielszenarien. Nutzer können – theoretisch – mit den Geräten nach draußen gehen und im Park oder auf Sportplätzen spielen, ohne an die Grenzen des eigenen Wohnraums zu stoßen. Zwei VR-Tüftler haben mit dieser Idee experimentiert und eine großflächige World-Scale-VR-Demo programmiert. Damit wollten sie herausfinden, wie sich eine solche Spielerfahrung anfühlt und zu einer Diskussion in Sachen Sicherheit anregen.

Der Prototyp der VR-Entwickler heißt “Return to Grindelind”. Darin erkunden Spieler die Überreste eines zerstörten Dorfs, um herauszufinden, was passiert ist.

Die Schöpfer der Demo Jeremy Kirshbaum und Alexander Goldman vom VR-Experimentierlabor Sixer VR wollten mit dem grafisch und spielerisch einfach gehaltenen Programm herausfinden, wie sich theoretisch unbegrenzte Bewegungsfreiheit in Virtual Reality anfühlt.

Die VR-Erfahrung erstreckt sich auf 70 mal 50 Meter und wurde so programmiert, dass sie auf ein reales Spielfeld passt (siehe Video unten). Spieler können sich physisch durch eine digitale Welt bewegen, wodurch auch keine VR-Übelkeit mehr auftreten sollte. Als VR-Brille kam Vive Focus (siehe Testbericht) zum Einsatz.

Neuer Immersionsgrad

Die Erfahrung soll VR-Immersion auf eine neue Stufe heben: “Die Möglichkeit, ein Objekt in der Ferne zu sehen und ihm entgegenzugehen, lässt das Virtuelle als real empfinden. […] Wenn du die VR-Brille abnimmt, hast du das Gefühl, dass die virtuelle Umgebung immer noch da ist, nur unsichtbar”, schreiben die Entwickler in ihrem Blog.

Um Unfälle oder Streiche Dritter auszuschließen, wurden Kirshbaum und Goldman während des Tests von Freunden begleitet.

Im Hinblick auf die Zukunft machen sie auf die möglichen Gefahren einer Outdoor-Nutzung aufmerksam. “Wir werden vermutlich mit einer Flut von Nachrichtenmeldungen konfrontiert werden. Von Leuten, die in Brunnen oder Bänke liefen, während sie draußen Virtual Reality spielten. Wir hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert.”

Wie letzteres aussehen könnte, zeigt der britische Komiker Rowan Atkinson auf humoristische Weise in seinem neuesten Kinofilm.

Eine wichtige Debatte

Aus Sicherheitsbedenken wird Oculus’ neueste VR-Brille Oculus Quest offiziell keine Outdoor-Nutzung unterstützen. Zu groß ist die Gefahr von Unfällen und damit von Klagen seitens Kunden. Denn weder Oculus Quest noch andere autarke VR-Brillen sind sicherheitstechnisch für solche Anwendungsszenarien gerüstet.

“Ob Entwickler und die Öffentlichkeit denken, dass die Vorteile die Risiken überwiegen oder World-Scale-VR in speziell dafür eingerichtete Arenen verbannt wird – das wird sich noch zeigen. Möglicherweise werden neue Formen öffentlicher Räume entstehen”, schreiben Kirshbaum und Goldman.

“Wie auch immer sich Worldscale-VR entwickelt, wir müssen diese Diskussion bereits jetzt führen, bevor uns die Epic-Fail-Videoflut erreicht.”

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| Featured Image and Source: Sixer VR

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