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Xbox Scorpio: Windows-VR-Brillen könnten Playstation VR ausstechen

von Matthias Bastian26. Mai 2017

Microsofts kommende Konsole Xbox Scorpio soll die Brücke schlagen zwischen der Windows- und der Spielewelt. Das Gerät tritt gegen Sonys Playstation 4 Pro samt Playstation VR an – und könnte technisch im Vorteil sein.

In einem Interview mit der Webseite 2p.com verrät Chinas Xbox-Chef Xie Enwei, dass Microsoft die genauen Virtual-Reality-Pläne für die neue Konsole Scorpio auf der E3 2017 am 11. Juni enthüllen wird.

Die Verbindung von Project Scorpio, Windows 10 und Mixed Reality eröffne “viele neue Möglichkeiten”. “Was wir auf der E3 zeigen, wird die Leute erstaunen”, verspricht Enweig.

Dass die kommenden Windows-VR-Brillen die neue Konsole unterstützen werden, ist offiziell bestätigt. Die genaue Ausgestaltung dieser Kompatibilität ist allerdings noch offen.

Microsoft kooperiert mit Drittherstellern wie Lenovo, Acer oder HP, die auf Basis eines Referenzdesigns VR-Brillen für Windows 10 bauen. Die Geräte sind sich technisch ähnlich und unterscheiden sich hauptsächlich beim Design und Tragekomfort. Sie kosten ab 300 US-Dollar aufwärts. Ein 3D-Controller muss für rund 100 US-Dollar zusätzlich gekauft werden.

Die Besonderheit der Windows-Brillen ist das integrierte Hololens-Tracking, das laut ersten Testberichten verlässlich funktioniert und das Setup enorm vereinfacht. Anders als bei Playstation VR und den PC-Brillen werden keine externen Sensoren benötigt. Ein einzelnes Kabel reicht aus, um die VR-Brille mit der Konsole zu verbinden.

Hängt Microsoft mit Scorpio Playstation VR ab?

Geht man rein nach den Datenblättern, hat Microsofts Virtual-Reality-Initiative technisch alle Trümpfe in der Hand. Die neue Konsole ist mit rund sechs Teraflops circa 1,8 Teraflops schneller als Sonys Topmodell Playstation 4 Pro. Gerade bei den meist rechenintensiven Virtual-Reality-Spielen könnte die Mehrleistung grafisch deutlich sichtbar werden.

Microsofts VR-Brillen könnten Sonys Playstation VR ebenfalls überlegen sein. Das integrierte Hololens-Tracking verspricht mehr und komfortablere Bewegungsfreiheit. Die Displays lösen mit 1.440 x 1.440 Pixel pro Auge im Vergleich zu Playstation VRs  960 x 1.080 Pixel pro Auge höher auf.

Allerdings sind in den Windows-Brillen LCD-Displays verbaut, die im Gegensatz zu den schnellen OLED-Screens in Sonys Playstation VR Probleme mit Nachzieheffekten haben könnten. Laut ersten – noch recht oberflächlichen – Testberichten ist das allerdings nicht der Fall.

Noch ein großes Fragezeichen sind die neu angekündigten 3D-Controller für Windows Mixed Reality. Da Microsoft auf externe Trackingsensoren verzichtet, müssen die Controller von den integrierten Kameras im Gehäuse der VR-Brille erfasst werden.

Diese Trackingmethode ist unflexibel, da man die Controller stets ins Sichtfeld der Brille halten muss, um die virtuellen Hände zu sehen. Um dieses Problem zu lösen, könnte Microsoft ergänzend einen externen optischen Trackingsensor verkaufen.

Ein Wettbewerbsnachteil entstünde dadurch nicht: Käufer von Playstation VR müssen ebenfalls ergänzend in eine PS4-Kamera investieren, um die VR-Brille in Betrieb zu nehmen.

Offen ist, welche Virtual-Reality-Software Microsoft zum Marktstart von Xbox Scorpio anbieten kann. Falls es dem Unternehmen gelingt, das vorhandene Portfolio an VR-Apps für den PC nahtlos auf die Konsole zu portieren, könnten die Redmonder vom ersten Tag an einen umfangreichen Katalog an hochwertigen Spielen und Erfahrungen anbieten.

Dennoch haben Sonys interne Studios, die die aufwendigen Exklusivtitel programmieren, einen Erfahrungsvorsprung bei der Entwicklung hochwertiger Virtual-Reality-Games.

| Featured Image: Microsoft

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