Qualcomms neuer XR1-Prozessor könnte die nächste Generation mobiler VR- und AR-Brillen antreiben.

Der Chiphersteller Qualcomm dominiert mit seinen Prozessoren den Smartphone-Markt – und ist auf dem besten Wege, diese Marktdominanz auf VR und AR auszuweiten.

Dafür investiert das Unternehmen in ein Referenzdesign für eine autarke VR-Brille samt Raum- und Eye-Tracking. Im aktuellen Prototyp (Testbericht) rechnet der neueste Snapdragon Prozessor 845.

In Lenovos eigenständiger VR-Brille Mirage Solo ist der Snapdragon Prozessor 835 verbaut, der auch in vielen aktuellen Flaggschiff-Smartphones steckt. Der 845er-Prozessor soll im Vergleich um circa 30 Prozent schneller sein.

In der neuen Facebook-Brille Oculus Go arbeitet der Snapdragon Prozessor 821, ein älterer Smartphone-Chip, aus dem Go-Entwickler dank spezieller Oculus-Renderverfahren mehr Leistung kitzeln können sollen. Die fortschrittlichere und fürs kommende Jahr angekündigte autarke Oculus-Brille Santa Cruz wird ebenfalls auf Grundlage eines Qualcomm-Chips entwickelt.

Auch Magic Leaps Erstlingsbrille, die in den kommenden Monaten als Enthusiasten-Version erscheinen soll, nutzt voraussichtlich einen Qualcomm-Prozessor. Der mobile VR- und AR-Markt ist derzeit also fest in Qualcomms Hand.

Snapdragon XR1: Mobil-Prozessor für VR und AR

Eines haben alle bisherigen Qualcomm-Prozessoren gemein: Sie sind fürs Smartphone optimiert und werden für den Einsatz in VR- und AR-Brillen zweckentfremdet.

Das möchte Qualcomm jetzt offenbar ändern: Wie Bloomberg berichtet, plant das Unternehmen eine neue Chip-Serie, die speziell für Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen entworfen ist.

Der erste Prozessor heißt Snapdragon XR1 und soll kommende Woche offiziell auf der Augmented World Expo in Kalifornien vorgestellt werden. XR steht für “Extended Reality”, das ist – neben Mixed Reality – ein weiterer Sammelbegriff für immersive Medientechnologien wie VR und AR samt diverser Zwischenstufen.

Laut Bloombergs Quellen besteht der XR1-Prozessor aus einer einzelnen Recheneinheit mit eigenem Grafikchip und soll Hardware-Komponenten für KI-Berechnungen bieten. Auf Basis des Chips sollen günstige, leistungsfähige und energieeffiziente VR- und AR-Brillen entwickelt werden.

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