Das tschechische Unternehmen Vrgineers stellt eine neue Version der eigenen Highend-Brille vor, die leichter und kleiner ist als deren Vorgänger, automatisch die Linsen einstellt sowie mittels eingebautem Leap-Motion-Modul die Hände und Finger des VR-Nutzers erfasst.

Die VR-Brille hat zwei OLED-Displays verbaut, die mit jeweils 2.560 mal 1.440 Bildpunkten auflösen. Das entspricht exakt der Auflösung der Pimax 5K. Sie bietet weiter ein außergewöhnlich großes Sichtfeld von 170 Grad.

Was die Spezifikationen betrifft, hat sich gegenüber dem Vorgängermodell VRHero Plus nichts getan. Das Unternehmen hat sich jedoch den größten Kritikpunkt zu Herzen genommen und die VR-Brille etwas kleiner und leichter gemacht.

Das Gewicht wurde um zwölf Prozent auf 770 Gramm reduziert. Das ist immer noch ordentlich. Zum Vergleich: Oculus Rift und HTC Vive (Revision D) wiegen circa 470 Gramm. Ein Bild zeigt den Größenunterschied zwischen XTAL und dem ersten Modell VRHero:

XTAL_2

XTAL wartet zudem mit einer Funktion auf, die so noch keine andere VR-Brille bietet: Das Gerät ermittelt automatisch den Augenabstand des VR-Nutzers und stellt die Linsen entsprechend ein. Wie die “AutoEye” genannte Technologie funktioniert, verrät das Unternehmen nicht.

XTAL hat weiter das neuste Leap-Motion-Modul im Gehäuse verbaut, das einen Bereich von 180 auf 180 Grad vor dem Nutzer erfasst und dank des neuesten Software-Updates noch präziseres Fingertracking als bisher bietet.

Zielgruppe Profis

Das immer noch hohe Gewicht nimmt das Unternehmen bewusst in Kauf, da es die bestmögliche Bildqualität anstrebt. Mit diesem Anspruch richtet sich Vrgineers an professionelle Anwender aus der Industrie und arbeitete mit Unternehmen wie Autodesk, Dassault Systemes und ESI an einer Optimierung von Soft- und Hardware.

Für Endkunden ist die Profil-Brille aufgrund des hohen Preises uninteressant: XTAL soll 5.800 US-Dollar kosten und kann ab sofort im Online-Shop bestellt werden. Die Auslieferung soll im September erfolgen.

Interessant: Die VR-Brille erfasst von Haus aus nur Drehungen. Für das räumliche Tracking und Controller fallen zusätzliche Kosten an, die das Unternehmen noch nicht nennt.

VRODO-Redakteur Matthias Bastian hatte auf der Cebit 2017 Gelegenheit, das erste Modell VRHero auszuprobieren. Er schreibt in seinem Fazit: “Wenn der massive Formfaktor, das hohe Gewicht und die starke Wärmeentwicklung der Preis dafür sind, dass Auflösung und Sichtfeld deutlich verbessert werden können, sind Nutzungskomfort und Qualitätssteigerung noch nicht im Einklang. Das gilt insbesondere für den kommerziellen Markt, wo VR-Brillen primär für Unterhaltung genutzt werden und längere Zeit auf dem Kopf bleiben.”

| Featured Image: Vrgineers | Via: Road to VR

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