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“Zero Latency”: Ein Hands-on der VR-Spielhalle der Zukunft

von Tomislav Bezmalinovic27. April 2017

Schon seit drei Jahren arbeitet das australische Startup Zero Latency an der VR-Spielhalle der Zukunft. Bis Ende Jahr will das Unternehmen weltweit 24 Standorte eröffnen. Ein US-Blog hatte Gelegenheit, eine neue Spielhalle in Orlando auszuprobieren. 

Die erste Spielhalle, die Zero Latenccy 2014 in Melbourne eröffnete, bot ein Zombiespiel für zwei Spieler auf 670 Quadratmetern. Die Spielfläche in Orlando ist fast doppelt so groß und für sechs Spieler gleichzeitig ausgelegt. Bis Ende des Jahres soll die Plattform acht Besucher zugleich aufnehmen können.

Das zehnköpfige Team hat zudem drei neue Spiele entwickelt: “Survival”, in dem man eine Festung gegen Zombies verteidigt, “Singularity”, in dem man als Weltraumsoldat gegen Roboter kämpft und “Engineerium”, ein Rätselspiel in einer fremdartigen Welt, die den Gesetzen der Gravitiaton trotzt. Das Team arbeitet laufend an neuen Inhalten. Im August soll ein weiterer Titel erscheinen, der das Konzept des Zombiespiels um explorative Elemente erweitert.

100 Trackingkameras sorgen für die Bewegungserfassung

John Gaudiosi besuchte die Spielhalle in Orlando und hielt seine Eindrücke für das US-Blog Upload VR fest. Zu Beginn erklärt ein Game Master die Ausrüstung. Diese umfasst eine nicht-haptische Weste, einen Rucksack, der einen Gaming-Laptop von Alienware enthält, eine HDK2-Brille von OSVR, ein Kopfhörer mit Mikrofon und ein Gewehr, das beidhändig gehalten wird.

Rund 100 Kameras sorgen für eine lückenlose Erfassung der Spieler und Waffen im Raum. Letztere können von Spieler zu Spieler weitergereicht werden, so dass man theoretisch in beiden Händen ein Gewehr tragen kann. Damit sich die Spieler nichts ins Gehege kommen, sind sie innerhalb der Simulation auf einem Radar zu sehen. Nach der 15-minütigen Einführung geht das Erlebnis los.

Gaudiosi störte es, dass seine Hände nicht in der Virtual Reality zu sehen waren, da er mit Oculus Touch und den Vive-Controllern etwas anderes gewohnt sei. Die Spiele würden auf Unity beruhen und seien grafisch zwar solide, könnten aber keine neuen Maßstäbe setzen, meint Gaudiosi. Der technische Leiter des Unternehmens Scott Vandonkelaar versicherte, dass man in Zukunft auf die Unreal Engine setzen werde. Außerdem würde das Unternehmen an einem SDK arbeiten, das externen Studios erlaubt, Spiele für die Plattform zu entwickeln.

Derzeit beschränkt sich die Rolle der Game Master darauf, die Spieler in das VR-Erlebnis einzuführen. Dies soll sich in Zukunft ändern. Diese sollen künftig als Spielleiter auftreten, die Kontakt zu den Spielern halten und den Schwierigkeitsgrad des Spiels dynamisch an die Fähigkeiten der Gruppe anpassen.

Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit

Am besten habe ihm der Zombietitel “Survival” gefallen, der während der Nacht in einer ausgebrannten Stadt spielt. Das Erlebnis entfalte sich innerhalb einer Befestigung, die von Wellen Untoter angegriffen wird. Das Gameplay sei schnell und actionreich, schreibt Gaudiosi. Scharfschützen könnten die Zombies wahlweise von einer erhöhten Plattform aus ins Korn nehmen.

Das zweite Spiel namens “Singularity” dauert eine halbe Stunde und damit doppelt so lang wie Survival. In diesem VR-Erlebnis kämpft man in einem Raumschiff gegen Roboter, Dronen und eine KI, die den Verstand verloren hat. Gaudiosi schreibt, dass das Spiel gekonnt Aufzüge, enge Korridore und bewegliche Plattformen einsetzt. Am Ende habe man das Gefühl, ein gewaltiges Raumschiff durchquert zu haben.

Das dritte VR-Erlebens namens “Engineerium” sei nichts für Menschen mit Höhenangst, meint der Journalist. Es führe den Spieler über lauter bewegliche Pfade und Plattformen weit oberhalb einer fremden Welt. Gaudiosi schreibt, dass man in dem VR-Erlebnis zuweilen auch auf dem Kopf gehen müsse, um voranzukommen.

Was ihn an Zero Latency am meisten beeindruckt hat, ist die vollkommene Bewegungsfreiheit im virtuellen Raum. Egal, was man in der Virtual Reality mache, man könne sich ganz auf das Erlebnis fokussieren, sodass man die Einschränkungen der physischen Realität darüber vergisst. “Wenn Zero  Latency die Grafik verbessert und den Westen eine Haptik hinzufügt, dann könnte sich diese Erfahrung zu etwas entwickeln, von dem man bisher nur in Science-Fiction-Romanen gelesen hat”, schreibt Gaudiosi.

| Featured Image: Zero Latency | Source: Upload VR

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