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Zuckerberg: Virtual Reality erst in zehn Jahren Mainstream

von Matthias Bastian26. Februar 2016

Dass Facebook-Chef Marc Zuckerberg seit der Akquisition von Oculus VR in 2014 ein großer Fan der virtuellen Realität ist, ist bekannt. Der 31-jährige Milliardär lässt keine Gelegenheit aus, über das neue Thema zu sprechen und seine damalige Kaufentscheidung zu rechtfertigen.

In diesen Tagen weilt Zuckerberg in Berlin im “Facebook Innovation Hub”, eine Art Showbühne für zukünftige Technologien. Hier präsentiert Facebook stolz, wie fortschrittlich das eigene Unternehmen denkt und arbeitet. Facebook will, ähnlich wie Alphabet und Google, dauerhaft mehr sein als nur ein soziales Netzwerk. Das Selbstverständnis des Unternehmens sei das eines internationalen Technologie-Konzerns, erklärt Zuckerberg in Berlin, die Bereitstellung von Inhalten via Social Media sei dabei nur ein Bestandteil der langfristigen Vision. Potenzial hat das soziale Netzwerk reichlich, denn wären die Facebook-Nutzer Einwohner eines Staates, dann wäre Facebook mit rund 1,5 Milliarden Bürgern das größte Land der Welt – noch vor China.

Die gute Nachricht: In Virtual Reality gibt es immer noch mehr Bälle. Marc Zuckerberg, Facebook

Neben künstlicher Intelligenz und Drohnen, die Internet auch in Entwicklungsländern flächendeckend verfügbar machen sollen, ist Virtual Reality eines der Steckenpferdthemen von Zuckerberg. “Nur weil wir jetzt Videos und Fotos und Text haben, heißt das nicht, dass wir in Zukunft nicht ganze Räume oder Szenen einfangen können, um diese dann in einer VR-Brille oder mit einem anderen Gerät anzuschauen”, sagt Zuckerberg beim “Fireside Chat” in Berlin.

Außerdem sei VR nicht nur dafür geeignet, reale Umgebungen und Momente zu teilen, sondern auch Erlebnisse zu konstruieren, die man anderweitig nicht erleben könnte. “In der letzten Woche hat mich der indonesische Präsident besucht und ich habe ihm die neuste Oculus-Brille gezeigt. Wir standen in zwei verschiedenen Räumen und haben Ping Pong gespielt. Okay, das ist cool, aber das könnten wir auch auf einem normalen Tisch machen. Also haben wir es interessanter gemacht und die Schwerkraft deaktiviert. Wir ändern die Physik und schaffen so ein Erlebnis, das anders nicht möglich wäre. Wir haben Ping Pong in Zero Gravity gespielt, so als wären wir im Weltall. Wir haben den Ball getroffen, aber mussten dabei sehr vorsichtig sein, denn wenn man ihn nur ein bisschen zu fest trifft, dann ist der Ball weg. Die gute Nachricht: In Virtual Reality gibt es immer noch mehr Bälle.” Zuckerberg bezieht sich auf die Toybox-Demo, die speziell für die 3D-Controller Oculus Touch entwickelt wurden. Sie erscheint zusammen mit den Touch-Controller ab Herbst 2016.

Virtual Reality frühestens in zehn Jahren Mainstream

Laut Zuckerberg ist VR ein wichtiger Bestandteil der großen “Facebook-Mission”, Menschen dabei zu helfen, zu teilen und sich auszudrücken. Damit die virtuelle Realität diese Vision aber tatkräftig unterstützen kann, müssen laut dem Facebook-Chef noch mindestens zehn Jahre vergehen. Erst dann soll Virtual Reality ein fester Bestandteil der Gesellschaft sein. Insbesondere die Technologie müsse dafür noch unauffälliger werden, glaubt der Facebook-Chef. “Wir brauchen Brillen, die wir im Alltag tragen können, nicht eine große Skimaske. […] VR braucht zehn Jahre, um so richtig im Mainstream anzukommen. Aber wir fühlen uns dem Thema verpflichtet, wir haben die notwendigen Ressourcen und sind dazu in der Lage, in Forschung zu investieren”, erklärt Zuckerberg den anwesenden Journalisten. Zuckerbergs vollständige Ansprache kann man im folgenden Video ansehen.

Live from Berlin talking about the latest in AI — with Yann LeCun, director of Facebook AI Research.

Posted by Mark Zuckerberg on Donnerstag, 25. Februar 2016

| FEATURED IMAGE: Maurizio Pesce bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0.